Opa erzählt vom Krieg

Herzlich willkommen auf mthie spaces.
Um gleich die erste Frage zu klären: »mthie« wird wie »empty« ausgesprochen 😉
Ich poste hier komplett meine private Meinung und zeige auch ein paar meiner Arbeiten.

Bye bye Alexa, hallo Google Assistant

      ca. 5 Minuten Lesezeit   Read in English

Mangels Alternativen steht man ja derzeit vor 3 großen Fragen:

  1. nehme ich einen Sprachassistenten? Und wenn ja:
  2. lieber Amazons Alexa?
  3. lieber Google Assistant?

Für viele Menschen in Deutschland ist die Antwort auf die erste Frage: „Um Gottes Willen, nein! So ein Spion kommt mir nicht in’s Haus!“
Ihr dürft jetzt gerne aufhören zu lesen, dieser Artikel ist nicht für euch.

Bei mir im Haushalt war die Antwort auf die anderen beiden Fragen: Puh, ich probier’ mal beide Systeme aus – mal gucken, was sich durchsetzt. Nach fast 2 Jahren mit Alexa auf Amazon-Echo-Geräten und mehr als 2 Jahren mit dem Google Assistant auf Google Homes, beide Systeme im gesamten Haus verteilt – jeder Raum wirklich mit beiden Systemen ausgestattet – ziehe ich mein persönliches Fazit, dass der Google Assistant um Welten besser als die Alexa ist.

Vor- und Nachteile von Alexa

Der Einstieg zu Amazons Geräten ist sehr einfach. Im großen Shop werden einem die Geräte ja quasi hinterhergeworfen – angefangen habe ich mit der großen Röhre, es ging dann weiter mit der kleinen Echo, später kam dann die erste Echo Show und danach die zweite Generation Show dazu.

Hat man den Rest der Familie dann auch mit einer Echo Show ausgestattet, kann man endlich die seit Jahrzehnten propagierte, aber nie wirklich durchgesetzte Videotelefonie im Wohnzimmer betreiben. Es ist einfach in der Benutzung, man bleibt aber auf Mobiltelefone als Alternativgeräte beschränkt, wenn man keine Echo Show besitzt.

Für die Amazon-Geräte erhält man sehr viele sogenannte Skills, also Möglichkeiten der Interaktion, die dann „irgendwas“ auslösen – also z.B. das Ein- und Ausschalten des Lichts. Ich benutzte diese Skills nicht nur für simple Licht-Dinge, sondern eben auch für die Hausautomatisierung.

Amazon hat anfangs viele Echos bei Skill-Programmier-Workshops verschenkt, um Entwickler dazu zu bringen, den Skill-Store zu befluten. Es war auch sehr einfach, „mal eben kurz“ einen Skill zu erstellen – kurz den Satz, den der User sagen muss bestimmen, das Ziel-Script bestimmen, wo die Aussage im Internet getriggert werden soll und fertig ist der simple Skill.

Was mich persönlich daran stört, sind die festgelegten Sätze. Mal abgesehen davon, dass man sowieso nicht so doof denken kann, wie der Endnutzer, sind gerade übersetzte Skills von Nicht-Deutschen Firmen eher krückenhaft übersetzt und das Ganze spricht sich sehr holprig. Das macht die Benutzung Alexas für Otto-Normalverbraucher einfach zu kompliziert.

Der Name und damit auch Keyword des Assistenten ist übrigens auch äußerst kontraproduktiv. Schaut man Filme über „Alexander den Großen“, ist es ratsam, vorher das Mikro auszuschalten. Die Alternativen wie „Echo“ und „Computer“ sind auch nicht wirklich besser.

Möchte ich etwas von Alexa wissen, wird im Hintergrund Bing als Suchmaschine verwendet, was dazu führt, dass die Antwort – mal ganz plump dahergesagt – völliger Mist ist.

Vor- und Nachteile von Google Assistant

Google macht den Einstieg in den eigenen Assistenten auch nicht wirklich schwer. Viele Läden werfen einem die Google-Home-Mini-Geräte regelrecht hinterher. Auch hier hab ich mit den ersten Röhren angefangen, die nur halb so hoch wie die Echos waren, aber trotzdem sehr guten Klang boten.

Kurz darauf kamen, wie von Amazon auch, kleine Versionen der Google-Home-Geräte raus, die aber dank Stoffüberzug und runder Kanten schon in der ersten Version hübscher waren, als die Echos.

Die Entwicklung von „Actions“, quasi die Skills für den Google Assistant, ist allerdings etwas komplizierter. Als Entwickler kann man gerne Hilfen wie Dialogflow (ehemals api.ai) verwenden, um über Machine Learning lernen zu lassen, was Benutzer so sagen und es tunen zu lassen. Man kann Dialogflow natürlich auch für Alexa Skills verwenden, allerdings muss man das Gelernte dann noch exportieren und für die Skills neu importieren.

Möchte ein Entwickler Geräte steuern lassen, müssen diese als Gerätegruppe von Google bereitgestellt werden – dies sorgte dafür, dass lange Zeit meine Außenrollos nicht unterstützt werden konnten, aber auch hier hat Google längst nachgebessert. Leider ist eQ-3 mit Homematic IP nicht in der Lage oder Willens (trotz mehrfacher Nachfrage keine sinnvolle Reaktion), hier eine Unterstützung anzubieten. Dass dies zur Überlegen führt, auch dieses System auszutauschen, will die Firma auch einfach gar nicht realisieren.

Und trotz fehlender Unterstützung seitens einiger deutscher Firmen funktioniert der Google Assistant in der Bedienung doch wirklich bedeutend besser und intuitiver, als Alexa und die Produkte von Google sind wirklich deutlich wertiger, als Amazons Geräte.

Was Google im Gegensatz zu Alexa allerdings wirklich gut kann, ist die Zuordnung des aktuell sprechenden Menschen zu Google-Accounts und auch die Benutzung mehrerer Sprachen zur gleichen Zeit. Manche Actions sind nämlich im Englischen vorhangen, im Deutschen allerdings nicht. Da wäre die grundsätzliche Umstellung auf Englisch in einem deutschsprachigen Haushalt dann eher lästig.

Der bedeutende Unterschied

Der in meinen Augen größte Unterschied zwischen beiden Systemen ist einfach, dass man merkt, wofür sie erschaffen wurden. Der Google Assistant wurde erschaffen, um den Menschen eine Sprachsteuerung im alltäglichen Leben nahezubringen, dass man auch über Sprache lernen und steuern kann. Bei Amazon wollte man ein Gerät auf den Markt werfen, worüber man per Sprache shoppen sollte und welches dann zufällig noch andere Dinge erledigen konnte.

Die natürliche Sprachein- und Ausgabe, die angenehmeren Stimmen, sowie bessere Antworten bei alltäglichen Fragen, machen den Google Assistant mit den Google-Geräten für mich persönlich zum einfach besseren Assistenten im Eigenheim.

Nachteil: Ich muss den Rest der Familie jetzt mit einem anderen Videotelefonie-System ausstatten 😉

Wie immer gilt: dies ist meine persönliche Meinung. Habt ihr eine andere Meinung oder Erfahrung, lese ich sie mir gern auf eurem Blog durch.


Meine Wünsche zur Artikel-13-Debatte

      ca. 6 Minuten Lesezeit  

(geschrieben aus meiner beschränkten Sicht als Programmierer)
Zuallererst schauen wir uns dieses Video vom Rechtsanwalt Solmecke an (ich warte mit dem Weiterschreiben, bis ihr fertig seid, das dauert nämlich ‘ne Weile):

Schön, dass ihr es durch den tiefen Sumpf der Gesetzgebung geschafft habt. Wir wissen jetzt also, dass sowieso alles offen ist und dass wir immer noch nicht wissen, was da jetzt eigentlich passieren soll.

Fangen wir mal an, wie so ein Video-/Bild-/Audio-Upload “ausgewertet” und umgangen werden könnte. Derzeit gibt es bei Youtube das sogenannte ContentID-System, welches “Fingerabdrücke” von Teilen des Videos macht (kurz erklärt: man nimmt markante Stellen aus den Videos und macht daraus eindeutige IDs, so wie bei menschlichen Fingerabdrücken auch nur bestimmte Punkte als Referenzen verwendet werden). Mische ich unter das Video kleine Extra-Bilder, die dem User als Ministörung vielleicht gar nicht bewusst auffallen, kann man dieses System schon ganz knorke umgehen (aber das machen wir natürlich nicht!).

Fangen wir jetzt an, dieses System auszunutzen, da sowieso nicht jedes Einzelbild eines Videos zur Auswertung benutzt werden kann, weil das die Rechenzeit immens in die Höhe treiben würde, benutze ich diese kleinen Einzelbilder, um über Youtube einfach Bilder zu verbreiten, deren Lizenz ich nicht habe, aber die mit meinem selbst aufgenommenen Video aus dem Wald rein gar nichts zu tun haben. Ich kann einem Player ja ziemlich genau sagen, an welche Position im Video er springen soll (ohne Autoplay) und kann damit quasi eine Bildergalerie über einen Youtube-Player bauen. Das ist nicht wirklich schwer, Otto-Normal-Verbraucher wird sich diese Arbeit nicht machen. Genauso kann ich den Player aber mit Autoplay auch überreden, von Stelle zu Stelle zu springen (Danke liebe Browser, dass ihr heute schon so performant seid). D.h. ich mische kleine halbsekündige Teile eines 3-Minuten-Musikvideos in ein 5-stündiges Waldvideo ein und spiele von Stelle zu Stelle einfach diese kleinen Teile hintereinander ab.

So und wie soll so ein Filter das jetzt erkennen? Mit machbarem Aufwand: Gar nicht. Und wenn man einen Weg findet, gibt es Tage später den nächsten Weg, wie man es umgeht.

Und genau da sind wir an dem Punkt, wie Artikel 13 unrealistisch wird. Es steht zwar nicht drin, dass die Anbieter einen Filter einsetzen sollen, aber sie sollen doch gefälligst verhindern, dass urheberrechtlich geschütztes Material veröffentlicht wird.

Versetzen wir uns doch mal in die Position alter Menschen (hier als Beispiel sei mal der typische CDU- und SPD-Politiker genannt): in deren Augen arbeiten schließlich fast 100.000 Menschen bei Google, die können sich doch hinsetzen und die Videos durchgucken, die da so hochgeladen werden, oder? Wenn man die alte Zahl von 300 Stunden Videomaterial, die pro Minute hochgeladen werden als Referenz nimmt, können das die 100.000 Mitarbeiter wohl schaffen, aber es ist jetzt nicht gerade so, dass die alle für Youtube arbeiten und nur Videos gucken. Ist also unrealistisch. Und dann müssen ja auch noch diverse Leute eingesetzt werden, die dann mit den Rechteinhabern sprechen. (Diese Erklärung ist grad so stark naiv vereinfacht, dass selbst alte Leute sie eigentlich nicht ernst nehmen dürften.)

Was also sonst bewegt diese Menschen dazu, sich sowas auszudenken, wenn wir hier als Annahme rausnehmen, dass sie von noch älteren Rechteinhabern = Medien-Publisher dafür bezahlt werden? Gehen wir mal davon aus, dass diese Menschen glauben, dass AI inzwischen dazu fähig ist, Urheberrechtsverletzungen zu erkennen? Sind wir doch mal ganz ehrlich: AI ist ein Witz und reine Panikmache von Menschen, die es nicht verstehen. Viele “künstliche Intelligenzen” bestehen aus einer Vielzahl von if-else-Abfragen, die dann auch noch löchrig wie Hölle sind. Machine Learning (oder besser Deep Learning) ist noch lange nicht so weit, Gesichter von berühmten Personen zu erkennen (ich habe da gute Beispiele für) und dann sollen sie mit entsprechender Fehlertoleranz Urheberrechtsverstöße erkennen? Es tut mir wirklich Leid, aber eure Medikamente hätte ich auch gerne.

Und kommen wir doch dann noch einmal in die Realität zurück: Aus der Mitte des Social-Media-Tellers sieht jeder Tellerrand aus wie Youtube und Facebook. Selbst wenn wir 2 unterschiedliche Systeme von 2 milliardenschweren Unternehmen hätten, die das System ganz okay umsetzen könnten - was ist denn mit dem Rest? Wir haben da draußen über 300 Millionen registrierte Domains auf der Welt und dann bauen wir Gesetze, die eigentlich nur 2 Domains betreffen sollen, aber dafür 20 andere deutsche Unternehmen in die Insolvenz treiben, weil die nicht die menschlichen Ressourcen haben, solche Analyse-Tools zu bauen? Wir können ja schon mal anfangen, bei Japan, Vietnam und den USA digitale Entwicklungshilfe zu beantragen.

Na gut, ich hab ja im Titel “meine Wünsche” stehen und noch nicht einen einzigen Wunsch geäußert.

Der letzte Punkt ist so eine Sache, die mir schwer im Magen liegt. Wenn ich mir vorstelle, dass ich da in Brüssel sitze und bekomme nur mit, was da im Internet mit den Menschen passiert, dann ist das nur Rumgeheule. Es gibt ganz wenige Menschen, die mit fundierten Aussagen daherkommen, aber der Großteil heult rum. Vielleicht wird auch mein Beitrag so wahrgenommen, ist dann halt so. Bitte verwandelt das Geheule doch bitte in Wut - aber eine vernünftige Wut, keine die anderer Leute Eigentum kaputt macht. Geht auf die Straße, nehmt eure Kinder und Eltern mit, erklärt ihnen, dass die Partei, die sie gewählt haben dafür sorgen könnte, dass zu Weihnachten dieses Jahr (eigentlich erst frühenstens in 2 Jahren, aber ein bisschen Panik muss sein) keine besoffenen Elfen mehr per Whatsapp verschickt werden können und dann könnte es sein, dass die Parteien sich doch nochmal entsinnen, dass die Spendengelder nur ganz selten von Mitgliedern kommen könnten.

Auf Twitter habe ich noch den Hinweis bekommen, dass doch gefälligst jeder auch Parteimitglied werden solle und sich engagieren solle - ich bin Mitglied einer sehr guten Partei, aber die arbeitende Bevölkerung hat eben nicht immer Zeit, jedem anderen Parteimitglied auf die Finger zu klopfen. Außerdem: wenn wir alle Parteimitglieder wären, bräuchten wir keine Wahlen mehr, sondern nur noch die Mitgliedszahlen auswerten. Das ist auch nicht der Sinn der Sache.


Sinnlose Jobangebote Teil 2

      ca. eine Minute Lesezeit  

Mal wieder ein neues Jobangebot:

Jobangebot in Südwestdeutschland

Ach klar, im Südwesten Deutschlands - tingel ich doch so gerne durch Deutschland, bei der Bezahlung wahrscheinlich mit der Bahn nur 700 Stunden unterwegs.

Und natürlich mal wieder NodeJS - weil ich als Go-Entwickler bestimmt total gerne NodeJS mache.

Als Contractor - als wenn ich mich in Hamburg als Festangestellter (was ich auch seit 2013 durchgängig bin) nicht einfach nur auf die Straße stellen müsste, laut rufen bräuchte dass ich als Entwickler einen Job suche. Da ist das natürlich völlig legitim, dass ich einen Zeitvertrag IRGENDWO im Südwesten bekomme.

Vielleicht wäre es für Unternehmen in Deutschland mal sinnvoll zu realisieren, dass man Recruiter die keine Ahnung von der Materie haben, einfach mal nicht beauftragt. Entwickler zu finden ist einfach eine Katastrophe (apropos, ich suche auch dringend einen Kollegen (generisches Maskulinum)).


Account-Aufräumaktion

      ca. 2 Minuten Lesezeit  

So ein sonniger Samstag ist doch perfekt für den typischen Entwickler, mal die Marie Kondo an den Passwortmanager zu lassen - also nur sprichwörtlich. Einfach mal alle Accounts weghauen, die keine positiven Gefühle mehr hervorrufen. Und mit weghauen mein ich nicht nur die Accountdaten löschen, sondern auch gleich den Account auf dem Portal.

Bei mir flogen heute weg:

Das war schon mal sehr befreiend. Leider gibt es da noch die Liste der Portale, die einen nicht so einfach gehen lassen wollen und die Löschung entweder gar nicht möglich machen oder nur über Mail-Support, was ich persönlich unfassbar nervig finde:

Was mich an der Liste wundert: Dass es so viele große und auch deutsche Unternehmen sind, die einem die Löschung so schwer machen.

Gnarf.

Aber eure Zeit kommt in naher Zukunft, seid euch dessen sicher!


Sinnlose Jobangebote

      ca. eine Minute Lesezeit  

Ich werd jetzt einfach mal anfangen, sinnlose Jobangebote, die ich ständig bekomme, hier zu posten. Heute kam diese Anfrage:

Jobangebot in Heidelberg

Ein Angebot in Heidelberg. Mit NodeJS. Für 3 Monate. Als Contractor. Auf wieviele Arten das alles so falsch ist, zeigt doch eigentlich direkt, wie verzweifelt die Firmen sind.

Und das nur, weil ich JavaScript im Profil stehen habe. Ganz am Ende der Liste der Kenntnisse. Zum Glück habe ich folgenden Satz hinzugefügt: “PHP only for a ridiculously high salary”, sonst würde ganz viele andere Müllanfragen eintrudeln.