Seit gestern steht hier zu Hause ein Google Home rum. Direkt mal gekauft bei Saturn, denn bevor Google das verschickt hat, kann ich es schon einen Tag testen.

Natürlich hab ich dies auch ausgiebig getan und bin fasziniert, obwohl das bessere Wort wohl „erschüttert“ ist, wie Google neue Produkte so ausrollt und wie schlecht das eigentlich funktioniert bzw. auf Endnutzer abgestimmt ist.

Während ich natürlich schon von Alexa gewohnt bin, dass nicht mal weit verbreitete Produkte auf Anhieb funktionieren, unterstützt Google eigentlich nur Philips Hue und Nest vom deutschen Markt auf Anhieb.

Allerdings, und das muss man sich unbedingt vor Augen führen, will Google auch eine offene Plattform anbieten, während Amazon den Apple-Weg geht und nur Dinge in seinem eigenen Universum anbieten und anbinden will. Um also mit einer deutschsprachigen Alexa eine Harmony-Fernbedienung zu steuern, muss ich eine Drittanbietersoftware namens Yonomi verwenden, die UX-technisch eher grausam und für Otto-Normalverbraucher unbenutzbar ist.

Bei Google setzt man auf If This Then That (wenn dies, dann das). Amazon bietet dies auch an, aber nur englischsprachig. IFTTT ist im Gegensatz zu Yonomi deutlich einfacher bedienbar und mit den fertigen Applets schnell eingerichtet.

Natürlich wollte ich gleich damit beginnen, eigene Google Actions für den Assistenten zu schreiben, allerdings kann man dies aktuell nur englischsprachig bauen – das ist für mich grad der größte Fail, denn wenn ich keine Implementationen habe, wäre es doch cool, wenn die Entwickler gleich mal Actions bauen und anbieten können. Währenddessen bauen ist jetzt erstmal Actions, die zwar noch nicht mit dem Assistenten ansprechbar sind, aber funktionieren werden, inkl. der Kommunikation ins eigene Netzwerk, um auf der Harmony nicht nur Actions anzusprechen, sondern auch über den Assistenten umschalten und auch lauter/leiser machen zu können. Denn das ist es doch, weshalb wir in Zukunft unsere Häuser smart machen möchten, oder?

Ansonsten ist mir noch aufgefallen, dass die Google Home eine deutlich roboterische Stimme hat, diese aber freundlicher wirkt, als die gute alte Alexa.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Ich hatte ja bereits darüber geschrieben, wie ich versuche, mein Heim zu automatisieren. Als Nächstes steht an, die Rolläden und Markisen an das System zu koppeln. Conrad bietet dafür ja die Homematic-IP-Produkte an, die eigentlich sehr vernünftig klingen, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht. Mein Problem: Ich bin vielleicht ein ganz guter Programmierer, aber ein ganz schlechter Elektrotechniker, der die Aktoren korrekt einbauen könnte.

Nun ist es so, dass wir hier um’s Eck einen Fachladen für Rolläden und Markisen haben und ich dachte mir, dass man ja vielleicht mal die lokalen Geschäfte fördern könnte. Also ging ich da heute mal hin und fragte nach, ob die sowas verbauen könnten. Sie waren allerdings der Meinung, auf meine Wünsche lieber gar nicht eingehen zu wollen und mir eine Lösung von Anbietern andrehen zu wollen, die gleich mal das 4-fache kosten. Mal abgesehen davon, dass der „Experte“ dafür gar nicht im Haus sei und ich einen Termin mit ihm bräuchte.

Es fielen auch Sätze wie: „Wenn Sie das über Android™ oder ein iPad™ steuern möchten, brauchen Sie eine andere Box“. Mal abgesehen davon, dass die keine Ahnung hatten, was ein Hub ist, kostete dieser „andere“ Hub gleich 3× so viel wie das Gesamtpaket von Homematic inkl. Aktoren. Später stellte sich auch noch raus, dass sie mir da noch die Netto-Preise genannt haben und ja schließlich noch keine Arbeitsstunden eingerechnet sind.

Will heissen: Ich werd mir jetzt einen Elektriker suchen, der mir die Homematic-Aktoren verkabeln wird und den Rest mach ich einfach selbst. Es ist unfassbar, wie weltfremd die lokalen Händler doch sind.

Mir fehlt das Bloggen und deshalb will ich euch kurz meine Erfahrungen aus meiner Heimautomatisierung schildern.

Mein Ziel soll sein, dass alles, was verbaut ist und wird, über Standard-Devices steuerbar ist, also z.B. Amazons Alexa oder Google Home. Ich will keine eigene Fernbedienung für jedes System, sodass die meisten billigen frei erwerbbaren Systeme wegfallen.


Lichtsteuerung

Hier setzen wir auf die übliche Variante mit „Philips Hue“.

Im Wohnzimmer haben wir die Lampen verbaut, die RGB-Farben darstellen können - kein günstiges Unterfangen, aber dank Amazons Angeboten in der Vorweihnachtszeit auch nicht unendlich teuer. Alle anderen Räume haben dann die Ambient-Varianten der Leuchtmittel spendiert bekommen, da mir die rein weißen Lampen ein zu ekelhaftes Licht ausgestrahlt haben.

Die Flure sind jetzt mit den Philips Bewegungsmeldern ausgestattet, die Räume mit den digitalen Lichtschaltern. Da wir hier nur zur Miete wohnen, wollte ich die herkömmlichen Lichtschalter nicht ausbauen und mit Blindkappen versehen. Ich habe mir stattdessen aus dem Baumarkt ein paar Plastikkeile besorgt, die sonst für die Ausrichtung von Möbeln benutzt werden und habe diese in die Kippfunktion der Schalter geschoben, sodass jetzt kein Besuch mehr versehentlich die Lampen ausschalten und damit die Automatisierung boykottieren kann.

Folgende Stolpersteine hat das alles:

  • Die Bewegungsmelder haben zwar eine Tag-Nacht-Erkennung, diese hilft aber nicht, wenn diese wie bei uns nur in den Fluren verbaut sind, die keine direkten Fenster nach außen haben.
  • Was bringen einem die besten digitalen Ansteuerungen, wenn man das Licht dann in den Räumen vergisst, auszuschalten?
    Meine Lösung dafür: Die Raspberry Pi hat ein kleines Tool bekommen, welches über die API prüft, welche Lichter in welchen Räumen eingeschaltet sind. Jeder Raum hat dann eine Maximum-Brenndauer gesetzt bekommen und wenn die überschritten wird, schaltet das Tool alle Lichter im Raum aus.
    Vorsicht beim Setzen dieser Dauer, das kann einem auf dem Klo echt den Tag verderben, wenn man das Handy nicht zur Hand hat, um das Licht im Zweifel wieder einschalten zu können! </eigeneErfahrung>
  • Die Hue Bridges können nur eine bestimmte Anzahl an gleichzeitigen Geräten und Aktionen speichern. Wir mussten uns deshalb eine weitere Bridge hinstellen. Leider kann man mit einem Philips-Hue-Online-Account nur eine Bridge verknüpfen, um z.B. von unterwegs die Lampen zu steuern.
  • Die API der Bridge funktioniert nur im eigenen Hausnetzwerk (kommt bitte niemals auf die Idee, die Geräte von außen erreichbar zu machen!). Die externe API, mit der man aus dem Internet über „bessere“ Authentifizierungsmechanismen kommunizieren kann, ist vorerst nur auf Anfrage verfügbar. Will heissen, dass man nicht mal eben einen Skill für die Amazon Echo schreibt, um die Lichtsteuerung zu individualisieren. Ich hoffe, dass Philips die API bald öffentlicher macht als bisher.
  • Die Bridges sollten mind. 1,5m entfernt von äußeren Kontaktmöglichkeiten liegen, da man aus dieser Entfernung im Zweifel die Bridge umprogrammieren kann. Ich hab mir über die API einfach mal alle Einstellungen exportiert, sodass ein eventueller Angriff danach schnell wieder rückgängig gemacht werden kann.

Im Groben und Ganzen bin ich allerdings schon ganz zufrieden mit der Lösung. Das war bisher auch das „komplexeste“ System im Haus.


Türschließeinrichtung

Hier setzen wir auf Nuki, eine sehr einfach einzurichtende Lösung, die auf typische Türschlosszylinder passt. Auf der Website gibt es einen Testfragebogen, ob es auch bei dir passt.

Was man mit Nuki machen kann:

  • Mit dem Smartphone per Bluetooth die Tür öffnen und schließen
  • Mit einer Bridge das Ganze dann auch außerhalb der Bluetooth-Reichweite bzw. API-Zugriff auf das Türschloss
  • Mit Hardware-Fernbedienung die Tür öffnen und schließen

Jede Öffnungs- und Schließvorgang wird bei Nuki geloggt, sodass man immer weiß, wessen Schuld es war, dass die Tür offen ist 😉

Meine Erfahrung mit der Bluetooth-Hardware-Fernbedienung ist eher so bescheiden, da die Fernbedienung meist 2-3 Drückversuche braucht, bis sie rafft, dass sie in Reichweite ist und das Schloss dann auch entsprechend reagiert. Die Smartphone-Variante funktioniert allerdings überraschend gut, vor allem mit den Annäherungssensoren, die einen kurz vor Erreichen der Haustür fragt, ob man die Tür vielleicht öffnen möchte.


Staubsaugroboter

So ein Haus muss leider regelmäßig gereinigt werden. Wer von uns hätte das damals™ für möglich gehalten, was unsere Eltern alles so tun, damit wir als Kind nicht in unserem eigenen Dreck versinken. Und wer hat Staubsaugen nicht immer gehasst?

Dies übernimmt ab sofort iRobot Roomba für uns. Hier besteht keine Notwendigkeit, ihn über die Sprachassistenten zu triggern, da er schließlich eh putzt, wenn wir auf der Arbeit sind.

Was ein Kellerkind wie ich allerdings erstmal lernen muss: Wie man sein Haus robotersicher gestaltet. Dicke Stromkabel oder dichtes Kabelgewirr sind überhaupt kein Problem für Roomba, kleine einzeln liegende Ladekabel oder auf dem Boden verlegte Lautsprecherkabel allerdings schon. Jetzt heisst es also in den nächsten Tagen: Fußleisten ab und Kabel irgendwie verstecken.

Auch gummierte Türstopper sind ein Feind für Roomba, denn wenn er gegen die Tür knallt und diese gegen den Türstopper drückt, kann es sein, dass er dadurch die Zimmertür versehentlich schließt und damit im Raum gefangen ist. Ich will sie aber auch nicht aushängen, also muss ich mal in den Baumarkt fahren und mir kleine Haken kaufen, um die Türen einhaken, also fixieren zu können.

Wie ich zum Nicht-Kabel-Messie werde, muss ich auf jeden Fall überlegen und optimieren.


Was fehlt?

Ich hätte natürlich gerne noch weitere spannende Dinge in Zukunft umgesetzt:

  • Außenjalousien- und Markisensteuerung - das wird noch spannend, da ich von Elektrik eigentlich gar keine Ahnung habe, muss ich erstmal rausfinden, wie meine derzeitigen Schalter zum Hoch- und Runterfahren genannt werden und wie ich diese durch ein „offenes“ System ersetzen kann. Und wie schön wäre es wohl, morgens automatisch von der Sonne geweckt zu werden, weil die Jalousien hochfahren?
  • Rasenmäher - Die Natur ist eines der willkührlichsten Dinge und der Sommer in Norddeutschland ist ja auch eher so ein „der Regen wird wärmer“. Und so kommt es halt, dass der Rasen immer dann nass ist, wenn ich Zeit habe und jeden Sonntag ist er natürlich am Trockensten, was dann beim Mähen die Nachbarn stört.

Wenn das alles durch ist, fallen mir bestimmt die nächsten Sachen ein, die man machen kann.

Was habt ihr so für Erfahrungen, spannende Produkte oder schräge Automatisierungen?

„Das erste Barcamp in meiner Heimat Lübeck? Da muss ich hin!“ und heute war der erste Tag des Barcamps. Fazit: Gute Entscheidung.

Zuerst mal ging es los, dass der Einlass ganz flüssig lief. Über den Barcode konnte sehr schnell die Einlassverifizierung abgetan werden. Jacken, Lanyards und T-Shirts waren ein bisschen entzerrt platziert, sodass es nirgends Gedränge gab.

Sessionplanung

Die übliche Sessionplanung war die Ungewöhnlichste, die ich je auf einem Barcamp sah - es gingen so viele Leute nach vorne, dass schon vorher klar war, dass die verfügbaren Räume nicht ausreichen werden. Und so passierte es dann auch, dass eben das Sessionboard voll war, bevor alle Leute ihre Session vorstellen konnten. Beim Barcamp Hamburg vor 2 Wochen musste Vivian die Leute antreiben, noch weitere Sessions anzubieten. Das hab ich wirklich noch nie erlebt.

Die erste Session - eine Verkaufsveranstaltung

Vorgestellt wurde die Session damit, dass der Vortragende zeigen wollte, wie man sinnvoll E-Mails verschlüsseln kann. Na gut, dachten sich auch diverse andere Kellerkinder. Schon auf der ersten Slide prangte ein Logo, aber ich blieb sitzen. Was für ein Fehler – dachte ich. Denn ja, der Businesskasper wollte versuchen, den Leuten sein proprietäres Produkt aufzuquatschen und die Vorteile davon zu zeigen, dass Mailanhänge nicht beim Empfänger ankommen, sondern auf seinem Server liegen (in verschlüsselt wohl, aber der Key liegt daneben) und der Empfänger bekommt eine Benachrichtigung, dass die Mail und der Anhang dann über eine Website abgerufen werden können. Ganz große Katastrophe.

Eine Beschwerde beim Orga-Team beschaffte ihm dann eine Standpauke nach der Session, dass er als Nicht-Sponsor so einen Blödsinn zu lassen hat.

Wir (also ein paar andere Kellerkinder und ich) haben ihm dann sein Produkt in der Luft zerrissen. Musste sein.

Mittag

Wie das nach so einer Session immer ist: Man kommt ja im Leben nicht schnell zur nächsten, sondern tauscht sich mit anderen aus. Das passierte dann so lange, dass direkt schon das Essen aufgefahren wurde und ich die 2. Session ausgelassen habe.

Das Essen war sehr lecker, ein grosses Lob an das Catering.

Es ging weiter mit einer Drupal-Session. Ausgerechnet ich in einer Drupal-Session. Naja, war mal interessant, benutzen werd ich es weiterhin nicht. Die Session „Unnützes Wissen im Marketing“ war bestimmt was für die Marketing-Menschen im Publikum. Ich war nur da, wegen der Tierbilder. War aber unterhaltsam.

Und zu guter letzt hab ich mir von John Heaven die Brexit-Session angeschaut, in der er seinen Sicht der Dinge (als Brite) schilderte. Die Session hatte im Übrigen das beste Hashtag: #fuckfuckfuck

Zum Schluss des Tages gab es dann noch die Abschlusssession, noch mehr Essen und selbstgezapftes Bier.

Die Sponsoren in diesem Jahr:

Gold-Sponsoren

Silber-Sponsoren

Bronze-Sponsoren

Alles in Allem war dieser Tag ein sehr gelungener Start für ein erstes Barcamp in der Stadt.

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