Heute hat sich das derzeit weltgrößte Containerschiff nach Hamburg verirrt. Und gefühlt waren alle Hamburger unterwegs, um das vollständige und rechtzeitige Eintreffen festzustellen. So auch ich. Und es kam wirklich. Und es hupte den Imperial March.

Zuerst einmal: Ja, ich hatte wirklich ein Macbook. Ein Air. Vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt bekommen. Ich dachte mir: »Wenn die anderen Menschen ausschließlich nur schwärmen, verweigerst du dich einfach mal nicht länger, vielleicht kann es dich ja doch überzeugen und du hast Apple immer nur Unrecht getan.«

Konnte es nicht.

Zuerst mal alles was gut war:

  1. die Akkulaufzeit

Und das war’s dann auch schon

Ansonsten hat mich dieses Gerät nur in meiner Arbeit behindert:

  1. nur einen Displayport-Anschluss – 2003 hat angerufen, die wollen ihre spartanischen ausgestatteten Laptops zurück haben (ja, die Macbook Pro haben mehr Anschlüsse, hatte ich aber nicht)
  2. Adapterhölle – man läft quasi immer mit einem Schwung Adapter und Verteiler durch die Gegend, weil Apple sich nicht in der Lage sieht, da mehr als 2 USB-Anschlüsse an das Gerät zu bauen. Mein altes/wieder aktuelles Gerät hat 6 davon. Endlich die Kopfhöhrer und den Trackball nicht mehr durch die Tastatur schleifen müssen.
  3. Alles ist auf Mausbedienung ausgelegt – Ich bin kein Eclipse-Entwickler, ich will nicht mit der Maus programmieren. Warum also ist dieses Menü da oben nicht sinnvoll mit der Tastatur ansprechbar? Nein, als Workaround wird immer empfohlen, sich die Shortcuts aller Funktionen zu merken. Wenn ich Photoshop benutze, will ich aber nicht die Maus brauchen, um in’s Filter-Menü zu kommen und für > 60 Filter alle Shortcuts merken? Nein, danke!
  4. Die Menüleiste oben ergibt keinen Sinn, so völlig abgetrennt vom Programm. Das ist, als könnte ich mein Auto, welches in der Garage steht, nur vom Wohnzimmer aus starten und bedienen, aber nicht, wenn ich drin sitze. (Mag ich bei Ubuntu Unity übrigens auch nicht, deshalb nutze ich dort Gnome.)
  5. Wenn ich die letzte Shell schliesse (Ctrl+D), schliesst sich nicht die Software selbst. Mit Cmd+Tab durchswitchen zeigt mir immer noch, dass die Software gestartet ist. Mir ist es persönlich scheiss egal, ob das ein grundsätzliches Verhalten ist, aber wenn ich den letzten Tab schliesse, möchte ich auch, dass die Software dann beendet ist. Cmd+Q nochmal drücken zu müssen ist enorm mühselig. Und dass ich immer einen Finder in der Liste habe, obwohl ich kein Fenster der Software offen habe, nervt. Kann man auch nicht mal schließen/beenden.
  6. Wo wir schon beim Finder sind – gibt es einen noch schlechter zu bedienenden Filemanager? Wenn man mit Zerr&Plumps Dateien verschieben möchte, kann man die nicht auf einen Ordner zerren, der dann aufklappt, sodass man dann einen Unterordner auswählen kann. Es wird empfohlen, einfach ein zweites Fenster zu öffnen.
  7. Fenster selbst sind auch der größte Hazzle, den man einem User so antun kann. Selbst mit Windows kann ich Fenster an den Rand eines Bildschirms ziehen und sie ordnen sich entsprechend nebeneinander an.
  8. Minimierte Fenster kann man mit einem Cmd+Tab nicht wieder De-Minimieren.
  9. Multiple Fenster der gleichen Software muss man mit einer gesonderten Tastenkombination ansprechen, statt sie fix über den gewohnten Workflow (Ja, schon wieder Cmd+Tab) auswählen zu können. Man muss erstmal die richtige Software erwischen, um dann umzugreifen und das passende Fenster zu finden. Mit der Maus ist dieses Problem noch komplexer zu lösen.
  10. Bleiben wir bei der Tastatur: Es gibt keine Insert-Taste. Im VIM kann ich aus dem Insert-Mode eigentlich direkt mit Druck der Insert-Taste in den Replace-Mode springen. Ohne diese Taste muss ich erst Escape und dann R drücken.
  11. Keine Home- und End-Tasten (Pos1 & Ende). An der Position dieser eigentlich sehr nützlichen Tasten liegen Tasten, die ein sehr willkürliches Verhalten an den Tag legen. Man springt damit, wenn man sich in einem Web-Eingabeformular befindet erst nach ganz oben bzw. unten auf der Seite und bei einem zweiten Drücker am Ende des Feldes. Die Tastenkombination Cmd+Pfeiltasten Links/Rechts sind keine Option. Die Tasten für diese Funktion sind ganz bezahlt, dann kann man sie auch so benutzen, also contextbezogen. Wenn ich einem Eingabefeld bin, ist der logische Flow, dass ich an den Anfang/das Ende der Zeile springe. Wenn ich in keinem Eingabefeld bin, dann an den Anfang/das Ende der Seite.
  12. Dialoge lassen sich nicht sinnvoll mit Tastatur bedienen. Oft muss man gefühlte hundert Mal Tab drücken, bevor man an die richtige Position kommt.
  13. Enter im Finder öffnet nicht die Datei, sondern benennt sie um. Welcher Hornochse denkt sich denn sowas aus? Ich bin schon mühselig zur Datei gekommen und muss sie mit Cmd+Pfeiltaste runter öffnen. Gleiches gilt für Verzeichnisse.
  14. Die Spaltenansicht im Finder ist die einzige Möglichkeit, eine sinnvolle Vorschau für Bilder zu bekommen.
    • Diese Spaltenansicht ist hässlich und alles andere als intuitiv.
    • Ich muss jedes Bild einzeln auswählen um die Vorschau zu bekommen, da die Thumbnails vor der Datei so Mini-Fetzen sind, dass man darauf mal gar nix erkennt.
    • Die Vorschaubilder in der Nicht-Spalten-Ansicht sind auch zu klein, um zu erkennen, um welches Bild es sich wirklich handelt.
    • Mit Space kann man sich eine groß anschauen, durchnavigieren geht mit der im Finder grad aktiven Ansicht. Im Spaltenmodus also mit Pfeiltaste runter. In der Normalansicht, muss man Pfeiltastenbingo spielen. Da bei einem Pfeiltaste-Rechts am rechten Rand einer Zeile dieser nicht in die nächste Zeile geht, sondern stehen bleibt, darf man die Bilder auch gerne anders sortiert angucken.
    • Am Ende braucht man wieder irgendein Tool, um seine Bilder sinnvoll mit einer Vorschau zu sichten.
  15. Kein Sperren des Bildschirms mit Tastatureingabe. Und Windows: Windowstaste+L, unter Linux und Chrome OS: Ctrl+Shift+L/Ctrl+Alt+L, unter Mac: eine Hot Corner für die Mausbedienung einrichten, die den Bildschirmschoner startet, der dann hoffentlich bei der nächsten Bewegung einen Sperrbildschirm zeigt, wenn man ihn so einstellt. Das kann doch nicht deren Ernst sein, oder? Es gibt Firmen, da gibt es Abmahnungen, wenn man seinen Arbeitsplatz verlässt, ohne den Bildschirm zu sperren. D.h. wenn der Kollege neben mir grad röchelt und ich den Krankenwagen rufen muss, muss ich erst mal meine Maus vom entferntesten Bildschirm in die richtige "heiße Ecke" schieben, bevor ich ihm helfe. Eine Tastenkombination lässt sich scheinbar nicht mit Hausmitteln einstellen.
  16. Man richtet das System erstmal tagelang ein. Selbst bei Windows braucht man nicht so viele Zusatztools, um alltägliche Aufgaben, in angemessener Effizienz zu bewältigen. Zum Glück arbeite ich eh in der Cloud und brauchte nur Chrome installieren. Aber dann kam halt diverser Kleinkram, da ich mir sonst ständig die Finger brechen musste, um weitermachen zu können, wie z.B. noch ein Tool, um die Mausbeschleunigung zu korrigieren.
  17. Überhaupt ist das System nicht dafür konzipiert, mit Nicht-Apple-Hardware zu arbeiten. Mein “Das Keyboard” funktionierte zwar, aber die Features der F-Tasten waren damit nicht ansteuerbar. Mein Trackball funktionierte auch, brauchte aber wie gesagt erstmal ein Tool, um die Beschleunigung zu korrigieren, sonst wäre es quasi unbenutzbar geworden.
  18. Die scharfen Kanten vor der Handballenauflage des Macbook Air waren dann auch noch der letzte Punkt, der mich wirklich genervt hat. Entweder waren meine Hände nicht in einer Normgröße oder die Designer wussten nicht, dass es Menschen gibt, die lieber tippen, statt auf dem Trackpad zu arbeiten.

Überwiegend waren es also nur Software-Probleme, die mich dazu zwangen, das Gerät zurückzugeben, also alles Dinge, die einfach zu korrigieren wären, aber wenn ein Betriebssystem mich dazu zwingen will, ineffizient zu sein, kann ich überhaupt nicht mehr freundlich bleiben.

Tschüß MacOS, war mir eine Freude, dich hoffentlich nie wieder zu sehen!

Nachdem ich heute mein Arbeits-Macbook-Air nach > 3 Monaten Nutzung abgegeben habe, weil es mich in meiner Arbeit zu mehr als 70% behindert hat, passte es mir ganz gut, dass jetzt Windows 10 erschienen ist.

Nun will ich natürlich nicht alles nur nachplappern, was alle anderen eh schon bejubelt haben, sondern nur meinen ersten Eindruck schildern. Zuallerst finde ich es wichtig, ein neues Betriebssystem auf einem nicht ganz neuen Rechner-Modell zu testen, damit man den Geschwindigkeitsunterschied auch merkt.

Bei mir ist es ein 3 Jahre alter ASUS-Laptop mit einem i5-2410M und 8 GB RAM und der Unterschied zwischen Windows 7 und Windows 10 ist doch echt gravierend. Alles hakt irgendwie ganz furchtbar. Nichts ist wirklich flüssig, trotz korrekt installierter Grafikkartentreiber mit Grafikbeschleunigung (nVidia-Gedöns).

Nächstes Ding war das Startmenü, der Grund warum ich nie auf Windows 8 gewechselt bin. Ich musste es erstmal von seinen Kacheln befreien, aber danach ist es so leer, dass man es eigentlich quasi nicht mehr benutzen will. Zum Glück kann man die Windows-Taste drücken und sofort lostippen, sodass einem die Suche ziemlich gut hilft, also alles super - die Maus nutzt man eh nicht bei effizienter Arbeit mit einem System.

Apropos Maus: wenn das System langsam ist, geht mein Griff im Normalfall zu Strg+Alt+Entf, um schnell an den Taskmanager zu kommen. Dies bedeutet im Normalfall nach drücken der Tastenkombination noch ein Alt+T hinterher für die Übersicht der laufenden Programme. Falsch gedacht! Es gibt auf dem Screen keine Tastenkürzel und man muss erst zur Maus/zum Touchpad greifen. Vorbei die Effizienz.

Ursprünglich freute ich mich auf die Windows-10-Veröffentlichung, da ich irgendwo gelesen habe, dass Windows 10 einen nativen SSH-Client bekommen soll. Hätte ich doch die Artikel besser gelesen – es handelte sich nur um eine Ankündigung, dass es unter Umständen irgendwann mal kommt. Also doch weiterhin Putty.

Ansonsten ist das System eigentlich ständig damit beschäftigt, irgendwas auf der Festplatte zu machen. Lasse ich in der PowerShell einfach mal die Enter-Taste gedrückt, schreibt und schreibt die Software auf die Platte. Macht der Rechner eigentlich nichts, schreibt er auch auf die Platte. Und es liegt laut Taskmanager nicht am vollen RAM und darauf folgendes Swapping. Es sind ständig irgendwelche Systemprozesse (Search Indexer, Antimalware, etc.). Die schreiben nicht viel, aber dafür oft und bringen so ein Nicht-SSD-System gerne mal dazu, rumzulahmen.

Ansonsten ist es halt ein typisches Windows. Für mich als extrem spartanischen ChromeOS-Nutzer ist da viel zu viel Software für so einfache Aufgaben.

Vor einigen Wochen war ich Abends spontan mit Lars los, um ein paar Nachtaufnahmen zu machen. Es gab kein festgelegtes Ziel, wir stiegen ins Auto und ließen uns einfach mal führen.

Am Ende landeten wir in Hamburgs Speicherstadt. Es war kalt, leicht neblig und wir hatten beide schon einen vollen Arbeitstag hinter uns. Das Ende vom Lied: Ein paar traumhafte Nachtshots. Hier auf dem Foto sieht man im Übrigen im Hintergrund die Kirche St. Katherinen und einen Löwen mit dem HHLA-Logo.

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Diese Diskussion. Ein Mädchen beschwert sich auf Twitter:

Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann ‘ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen.

— Naina (@nainablabla) January 10, 2015

Grundsätzlich geb ich ihr Recht. Viele Dinge, die ich in der Schule gelernt habe, brauchte ich danach nie wieder und ich bin auch immer noch der Meinung, dass es für einige Fächer keine Zensuren geben darf (Musik, Kunst und Sport - entweder man kann es oder nicht, Benotung ist sinnlos).

Ich möchte jetzt auch nicht so klingen, als würde ich unbedingt sagen wollen: “Man muss die Eltern mehr einbeziehen”, aber grundsätzlich läuft heutzutage eher in der Erziehung der Kinder etwas falsch. Die Eltern haben heute kleine Prinzessinnen und Prinzen zu Hause, teilweise werden die Kinder durch die Eltern angebetet und in Watte gepackt. Man beschützt sie vor all diesen bösen Einflüssen der Außenwelt. Von der Windel bis zum Auszug.

Ich bin der Meinung, man könnte die von Naina genannten Probleme lösen, wenn die Eltern aufhören, alle schädlichen Einflüsse von ihren Kindern fernzuhalten. Warum beziehen Eltern die Kindern nicht z.B. in die Finanzplanung mit ein? Warum fragt man nicht, sobald das Kind 14 ist, einfach mal am Ende des Monats: “Wir haben XXXX Euro im Monat, davon geht Miete etc. ab. Dann bleibt folgendes übrig, was machen wir damit.” Und wenn dann das Kind der Meinung ist, man müsse Geld für irgendwas “lebensnotwendiges” (also für’s Kind) ausgeben, auf was es dafür denn dann verzichten wollen?

So bekommt man Jugendliche nämlich auch an (über-)lebensnotwendige Alltagsprobleme herangeführt. Auch an Versicherungen und Steuern. So etwas haben Kinder damals™ ganz automatisch und eher auf die harte Tour gelernt. Heutzutage müssen Kinder da herangeführt werden - also, es muss halt gemacht werden. Letzteres ist wahrscheinlich eines der größten Probleme: Die Eltern können es auch nicht.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der das Nicht-Wissen anerkannt ist. Das führt dazu, dass Menschen dann halt lieber nicht dazulernen, da “jemand es schon wissen wird”.

Traurig.

Ach ja, aber liebe Naina, die kleines Sprachgenie: Respekt dass du Gedichtanalysen in 4 Sprachen schreiben kannst. Ich konnte so einen Quatsch nie so richtig. Meine Aufsätze waren zwar ohne Rechtschreibfehler, dafür inhaltlicher Blödsinn. Aber ich wollte auch nie Dichter werden.

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