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Twitter - wie man ein Social-Media-Badge nicht macht

12.08.2010 22:26

Ich hab ihn probiert, den neuen Tweetbutton. Er kommt von Twitter direkt und man bräuchte angeblich keinen anderen Dienst wie topsy oder tweetmeme. Schön wär's!

Möchte man nur einen "Tweet!" Button haben, ohne Anzeige wie oft über diese URL schon getwittert wurde, mag dieser Button völlig ausreichend funktionieren. Möchte man diese Anzeige aber doch haben, muss die URL genauso getwittert worden sein, wie man sie im Badge hinterlegt. Lege ich also nur eine URL wie http://www.mthie.com/mein-blog-beitrag.html in das Badge, sucht Twitter über die eigene Suche genau diese URL. Dienste wie Tweetmeme und Topsy greifen den gesamten Stream auf Twitter ab und machen auf jede URL einen HEAD-Request, um den Redirect rauszubekommen. So schauen sie eben auch bit.ly-Links durch, ob das auf die Blog-URL zeigt. Dies tut Twitter natürlich nicht und damit ist dieser Button eine weitere Fehlentwicklung vom Twitter-Team, welches um Beachtung buhlt. Oder habt ihr die Twitter-Widgets in letzter Zeit irgendwo weit verbreitet im Umlauf gesehen?

Update: Einige Dienste werden anscheinend doch unterstützt, wie z.B. bit.ly. Aber mein eigener, auf Google Short Links basierender URL-Shortener wird nicht gefunden. Danke @talinee für den Hinweis.

Warum ich Google Streetview als notwendig erachte

11.08.2010 12:59

Dies schildert genau einen Anwendungsfall des bei den Deutschen als umstritten geltenden Google Street View Projekts.

Man nehme einen zurückzulegenden Weg von der eigenen Wohnung zum deutschen Google-Hauptquartier in Hamburg. Man bedenke: Es ist nur ein Beispiel. Das Gebäude ist in Hamburg in der ABC-Straße, mitten in der Hamburger Innenstadt nahe dem Gänsemarkt. Leider gibt es dort bei Google ein Problem: Die Parkplätze. Also findet man dank des in den Wagen eingebauten Navis ein Parkhaus. Und nun geht es los.

Wie Männer vorgehen: Diese schauen sich zu Hause auf einer Karte (Beispiel Google Maps) den Weg an und finden nach 3maligem Verlaufen dann doch zum Ziel.

Wie Frauen vorgehen: Viele Frauen (nicht alle) können sich Wege nicht anhand von Karten merken, wurde ja auch wissenschaftlich bewiesen. Diese merken sich Wegpunkte, wie ein besonders hübsches Gebäude, ein Laden o.ä. Klingt komisch, ist aber so. Sie kommt aus dem Parkhaus, weiß vielleicht grad so, wo sie ist, aber die 6 Straßenecken, die sie sich merken muss, müsste sie wahrscheinlich noch 2mal erfragen. Ist ja auch nicht schlimm.

Wie man mit Street View zum Ziel kommt: Zu Hause widerum hätte man schauen können, wie man zum Ziel kommt. Männer merken sich die Straßennamen und grob das Bild, Frauen merken sich die Wegpunkte. Genau so hab ich dies letztes Jahr in London gemacht. Ich wusste auch ohne mein Handy, was mir nicht zur Verfügung stand, direkt nach dem Erreichen der U-Bahnstation, wie ich effektiv zum Hotel komme, ohne 4mal nach dem Weg fragen zu müssen. Ich bin den Weg einfach vorher mal abgelaufen und hab dabei gleich leckerere Essens- und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe gefunden. Dies ist mit einem Blick auf die Karte und/oder dem Satellitenbild einfach nicht zu bewerkstelligen.

Es wird einfach unser Leben nachhaltig verändern, wenn uns das Google Maps (auf dem Handy) bei der Navigation nicht nur die blöde Karte anzeigt, sondern eben auch die Gebäude und Wegpunkte. Es ist einfach ein Schritt nach vorn, statt einfach mal wieder stehen zu bleiben, worin Deutschland ja auch ein Weltmeister ist.

Affige Netzneutralitätsdiskussion

11.08.2010 12:31

Tante Google und Verizon haben die Diskussion angefacht, die es derzeit zum Thema Netzneutralität gibt. Jetzt wurde sogar eine extra Webseite "Pro Netzneutraliät" geschaltet, die ich extra nicht verlinke, weil ich es einfach nicht mehr hören kann.

Da wird z.B. folgendes gefordert: "dass Daten ohne Ansicht von Inhalt und Größe diskriminierungsfrei transportiert werden". Dass ich nicht lache! Ich fordere eher: "Arbeitet doch bitte erstmal 1-2 Monate als Admin in einer großen Firma!". Was dort gefordert wird, ist nichts anderes als QoS: "Netzneutralität besagt, dass alle Daten, seien es Emails, Websites oder Musikdateien, gleich zu behandeln sind. Dadurch wird kein Dienst bevorzugt oder benachteiligt. Netzneutralität ist die Voraussetzung für die Gleichberechtigung aller Datenpakete."

Hätten wir kein QoS, würden nämlich unsere Telefonate über den Ozean, die meist auch via VoIP transportiert werden (ja, man mag es kaum glauben) noch schlechtere Qualität haben, da die illegalen Bittorrent-Clients die gesamte Bandbreite ziehen würden.
Noch vor 10 Jahren waren FTP-Verbindungen bei vielen Providern von der Paketpriorität deutlich höher eingestuft, als E-Mail, da letzteres entgegen aller Meinungen einfach kein Echtzeitprotokoll darstellt und durch Queues auch mal ein paar Sekunden warten können.

Und wenn wir mal ehrlich sind: Wir kennen die Aufhebung der Netzneutralität bereits aus dem Mobilfunknetz. Nur wer es sich leisten kann (Vertragsnutzer) hat zu Silvester eine erhöhte Chance, auch telefonieren zu können (im Gegensatz zu den Prepaid-Karten-Besitzern). Es ist nun mal so, dass in dieser Welt der mit dem meisten Geld auch die bessere Leistung bekommt (Beispiele: Krankenkasse, Autokauf, Bahnfahrt, usw.) und ihr habt doch nicht wirklich gedacht, dass das bei einem, durch Firmen betriebenen Netz wie dem Internet immer alles so Friede-Freude-Eierkuchen bleibt, oder? Glaubt ihr wirklich, dass Firmen dies tun, um der Welt einen Gefallen zu tun und nichts dran zu verdienen? Glaubt ihr wirklich, dass Firmen nicht käuflich sind?

Wacht endlich auf!

Google: Bye bye Wave

04.08.2010 23:52

Google hat angekündigt, dass sie Wave nicht mehr aktiv weiterentwickeln. Leider fehlte ihnen einfach die Menge der User, sodass sich Google entschieden hat, dass sie Wave nicht mehr selbst weiterentwickeln wollen, sondern dies durch die Community erledigen lassen.

Ich kann diesen Schritt leider ein bisschen verstehen. Ich persönlich nutze Wave sehr gerne und oft. Leider braucht es bei den Kollaborateuren oft viel Überzeugungsarbeit, damit diese die Welle auch benutzen. Meine Vermutung: Google war mit Wave einfach 10 Jahre zu früh dran. Mail bereitet den Usern noch nicht genügend Schmerzen, außerdem sind Instant Messenger noch nicht in den Verruf geraten, dass sie nicht rechtssicher genug sind. Außerdem fragten die Leute mir noch zu oft: "Wie und was und warum" statt es einfach zu benutzen. Wave ist zu intuitiv für intelligente Menschen, sodass sie das Produkt einfach nicht in die Zielgruppe getragen haben, denn beim Enduser kam dieses Produkt im Kopf nie an.

Aber ach, die Menschen lieben es, wenn die Technik einen Schritt zurück, statt einen großen Schritt voran macht. Schade!