Windows 365 - der Computer in der Cloud - geht das?

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Microsoft hat Windows 365 vorgestellt und will in Zukunft den privaten und den Arbeits-PC in die Cloud legen und die Welt schreit schon wieder, was das soll. Skepsis überall. Die German Angst schlägt wieder zu.

Ich persönlich finde diesen Ansatz leider sogar komplett richtig, denn schauen wir uns doch mal die Realität an:
Wir haben seit Jahren bei Laptops Stillstand beim RAM. Hat man 2016 schon Laptops mit 16 GB RAM gekauft, gibt es heute eigentlich keinen nennenswerten Fortschritt. Bei CPUs sind in den letzten 5 Jahren gerade mal 2 Kerne im selben Preissegment hinzugekommen. Über GPUs und deren extrem beschränkter Verfügbarkeit müssen wir wahrscheinlich gar nicht mehr sprechen.

Stellen wir uns dieses Szenario als gegeben vor, ist der PC in der Cloud eigentlich der sinnvollste Schritt. Ein normale Anwender braucht für den Großteil seiner Anwendungen wie z.B. Office-Anwendungen, gar keine 16 GB Arbeitsspeicher. Wenn man jetzt doch mal eine Grafik oder Fotos bearbeiten will, kann man flink einen teureren Rechner in der Cloud mieten, ohne gleich mehrere tausend Euro in die Hand zu nehmen und dann für 5 Jahre ein Gerät an der Backe zu haben.

Ein ähnlicher Ansatz war ja damals Googles Chromebook: man hat nur noch Webanwendungen und dafür braucht man kein Gerät, welches extrem leistungsstark ist. Leider hat man hier 2 Arten von Menschen komplett vergessen: Die Webentwickler, die keine Ahnung haben, wie man Ressourcen spart und den Endanwender, der sich nicht merken kann, wie der Button für “Text fett machen” aussieht, sondern sich nur die Klickposition in Word merkt.

Die User wollen, und das ist mir persönlich unbegreiflich, Software lokal installieren. Microsoft hat es ja nach Adobe mit einiger Mühe geschafft, den Leuten endlich beizubringen, dass man Software mieten möchte und dadurch ständige Updates und Dienstleistungen zu bekommen. Diese Welt gab es bei der Einführung der Chromebooks noch nicht, da war Google mal wieder viel zu früh dran.

Was der Endanwender allerdings möchte - nur leider weiß er das noch nicht - ist ein Thin-Client, also ein abgespeckter Rechner, der nur noch für die Anzeige des eigentlichen Betriebssystems zuständig ist. Sei es ein Tablet, ein Smartphone oder eben sowas “kleines” wie ein Chromebook. Das Video auf der Produktseite zeigt, dass wir den Rechner per Browser benutzen können und damit ist eigentlich fast klar: Die Zukunft liegt in der selben Art von Endgeräten, wie es die Chromebooks sind bzw. vorgemacht haben.

Es ist die Zukunft, auch wenn ihr euch noch stark wehrt.

Ich benutze übrigens seit mehreren Monaten schon Betriebssystem-Streaming mit Shadow. Ich habe auf dieser Maschine diverse aktuelle Spiele installiert, die ich selbst auf meinem alten Notebook astrein spielen kann.