Was die Outbrain-Taboola-Fusion für Publisher bedeutet

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Wie heute bekannt wurde, kauft Taboola ein paar Anteile von Outbrain und will die beiden Unternehmen fusionieren, der Name Outbrain soll verschwinden. Dafür muss man natürlich noch auf die Kartellbehörden warten.

Dass die beiden Firmen das jetzt ein bisschen feiern bedeutet aber keinesfalls, dass es für die Publisher, die auf diese Unternehmen gesetzt haben, besser wird. Eigentlich gibt es dann keinerlei ernsthafte Konkurrenz mehr, in Deutschland vielleicht noch plista oder revcontent, aber die waren schon immer eher lachhaft.

Bisher wurden große Publisher wie die Bild, Spiegel und Co. immer mit Garantie-Deals gelockt - man hat, um auf jedem Artikel ausgespielt zu werden, immer den Geldkoffer aufgemacht und die großen Mitbewerber haben sich damit gegenseitig ausgespielt. Wenn jetzt aber niemand mehr ernsthafte Gegenangebote machen kann, wird es ein Monopol geben, der die Preise bestimmt.

Nachdem Outbrain vor ein paar Monaten Ligatus aus Gruner+Jahr rausgekauft und eingestampft hat, schließen sich jetzt 2 Gründer zusammen, die sich angeblich gar nicht so gut leiden können. Jetzt kann man natürlich darüber spekulieren, warum das passieren soll. In der Pressemitteilung beim Outbrain-Ligatus-Deal wurde ja schon von Konsolidierung des Markts gesprochen, aber nach dem EuGH-Urteil zum Thema Cookies in Deutschland wird der Markt immer schwieriger für Werbemittelanbieter.

Schlimm ist ja am Ende eigentlich nur, dass die wirklich guten Technologien verschwinden. Die Firmen behaupten ja immer, dass sie Content Recommendations machen, aber am Ende sind es nur Clickbait-Maschinen. Als damals veeseo von Ligatus gekauft und am Ende quasi eingestampft wurde, verschwand auch die letzte wirkliche Content-Recommendation-Engine vom Markt, die rein inhalts- und nicht click-basiert arbeitet.

Fazit: Die Einnahmen der Publisher werden schrumpfen, die Qualität der Empfehlungen kann eh nicht weiter sinken und u.U. wird der Markt in ein paar Jahren komplett aufgegeben.

Toll. Danke für nichts.