Bloggen über einen Chatbot

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Ich habe das dumpfe Gefühl, dass Blogs immer mehr verwaisen. Selbst meins bespiel ich seltener, als ich das gerne würde. Meine Vermutung ist, dass es uns die sozialen Netzwerke zu einfach machen, mal schnell etwas zu schreiben und zu teilen.

Also warum sollte man das mit einem Blog nicht auch machen können? Mal abgesehen davon, dass damit der Blogbetreiber selbst Herr über seine Daten bleibt. Möchte man jetzt aber schnell bloggen, braucht man irgendeine Oberfläche. Klar kann man sich eine mobile Ansicht für Wordpress installieren, aber erstens finde ich die mobile Ansicht wirklich schlimm, zweitens habe ich kein Wordpress und “schnell” ist darin auch anders.

Mir fiel ein, dass in Asien die Chatbots irgendwie groß und unglaublich beliebt sind. Ich führte neulich noch eine Unterhaltung, in der ich behauptete, dass ich Chatbots völlig überbewertet finde und den Trend auch überhaupt nicht verstünde – aber ich lass mich natürlich gerne vom Gegenteil überzeugen. 😉

Der Vorteil von Chatbots ist unter anderem, dass inzwischen jeder einen Messenger installiert hat, sei es Facebook oder WhatsApp. Letzterer hat keine offene API und ist überhaupt auch eh ganz schlimm. Also hab ich mir einen Bot für Telegram geschrieben, was wirklich einfach ist.

Ein weiterer Vorteil der Chatbots ist, dass die Chat-Apps selbst meist SEHR performant sind und damit wirklich einen riesigen Vorsprung zur mobilen Ansicht der Adminoberfläche haben. Man ist in der Lage, auch mal Bilder hochzuladen, die man grad geschossen hat und diese gleich zu vertexten. Dann ab ins Blog damit und direkt teilen über die sozialen Netzwerke.

Ein weiterer Vorteil der Bots ist, dass man diese nicht auf unterschiedlichen Browsern testen muss. Sie funktionieren einfach. Die (weiter-)Entwicklung ist deutlich einfacher und schneller, ohne großen Schnick-Schnack.

Na mal gucken, ob ich es damit schaffe, mal wieder häufiger etwas zu schreiben. Dies ist jetzt ein erster Testlauf für den Bot und ich werde mal schauen, was ich damit an externen Diensten so anbinden kann, wie z.B. externe Rechtschreibüberprüfung (bestimmt hab ich hier wieder Blödsinn geschrieben, ohne es gemerkt zu haben) oder passende Findung von Bildern für den Artikel. Es gibt da unzählige Möglichkeiten.


Facebook F8 Berlin - die Developer Conference

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Heute bin ich auf der F8 Berlin, das deutsche Pendant zur amerikanischen Veranstaltung vor wenigen Wochen. Ich werde euch in diesem Beitrag auf dem Laufenden halten und damit mein neues Live-Blogging-Feature damit mal einweihen.


Das war die re:publica 2010

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Tja, was soll ich sagen: Irgendwie war die re:publica nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Hier mal, was ich mir erwartete:

Und wer hätte es erwartet: ALLE diese Punkte konnten in keinster Weise erfüllt werden. Größter Kritikpunkt: das Internet. Schon im letzten Jahr gab es während der re:publica 2009 mehr Berichterstattung von außen (Medien) als von innen, weil niemand von innen kabellos ins Internet kam. Auch dieses Jahr ließ das WLAN schwer zu wünschen übrig. Wenn man mal das Glück hatte, per DHCP eine IP zu bekommen, bekam dann keine DNS-Anfragen raus und wenn selbst das per Google-DNS gelöst war, kamen keine Daten mehr durch oder die Verbindung brach ab. Leider kamen die Veranstalter auch nicht auf die Idee, mal ein paar Netzwerkkabel hinzuhängen, damit man mit dem Laptop wenigstens mal ein paar Flickr-Fotos hochladen konnte. Mir scheint, niemandem war dort bewusst, dass es Leute gibt, die zur Veranstaltung kamen, weil sie mit dem Bloggen Geld verdienen und u.U. ein paar Exklusiv-Artikel veröffentlichen wollten.

Auch die Sessions waren jetzt nicht allzu berauschend. Da gab es die Google-Sessions: Eine Session über Buzz, dessen Inhalt alle Beteiligten bereits kannten und eigentlich nur eine Buzz-Produktpräsentation war. Dann war da die “Was bietet Google noch?” Session, bei der ein paar neue Funktionen von Google Docs gezeigt wurden, von denen man bereits hörte, aber es auch mal schön war, diese auch Live zu sehen. Direkt im Anschluss noch eine “Kollaboration mit Google Produkten” Session, auf der Docs/Spreadsheets und Wave mit mehr als einer Person gezeigt wurde. Die vierte Session von Google war “Wie kann man Googles Produkte besser machen?”, wo sich die Teilnehmer beschwerten, dass man die Kontaktmöglichkeit zu Google vermisst und für besser findbaren Support (ohne Foren) sogar zahlen würde.

Weiterhin gabs noch viele Sessions zum Thema “Privacy”. Mich nervt diese Diskutiererei dazu extrem an und ich hätte jedes Mal brechen können, als bei einigen Firmen- und Produkt-Bashings direkt die Privacy-über-alles-Jubelperser kurz vor einem Standing-Ovation-Flashmob standen.

Eine der wenigen guten Sessions kam von Sascha Pallenberg zum Thema: “Wie kann ich mit Bloggen Geld verdienen”, bei denen er den Leuten erstmal erklären musste, dass es kein Geheimrezept gibt, sondern dass jeder seinen eigenen Weg hat und es eigentlich immer auf den Content und die Einzigartigkeit dessen ankommt.

Zu den Teilnehmern kann man fast sagen: Ja, es war schön, einige Gesichter die man von Twitter kennt, auch mal face2face zu begegnen (wovon ich hier keine Aufzählung machen werde, weil ich mit Sicherheit Leute vergesse und die sich dann beschweren werden), aber leider waren viel zu wenig Leute dort, die noch nie auf Barcamps oder ähnlichen Veranstaltungen waren, die man gar nicht kannte und mit denen man vielleicht gerne mal Kontakt aufgenommen hätte.

Extrem negativ fand ich am letzten Tag der #rp10 (offizielles Hashtag der re:publica) die Location. Ab 14:00 Uhr mussten die Teilnehmer den Friedrichstadtpalast verlassen, weil man anscheinend alles für eine weitere Veranstaltung vorbereiten wollte. Leider wurde damit auch die Garderobe geschlossen, sodass man den halben Tag mit seinem Gepäck rumrennen musste, wenn man, wie ich auch, am letzten Tag abends abreist. Für mich fällt das in die Kategorie “epicfail”.

Fazit: Diese Veranstaltung war schlicht und ergreifend langweilig und unproduktiv.