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Cloud: You get what you pay for

29.07.2010 19:24

Ich benutze ja, wie nahezu jeder Leser weiß, Google Apps an jeder Ecke. Dafür hab ich zwei Accounts. Einmal meinen privaten Google Apps Standard und für meine Firma die Premier Edition.

Nun ist es allerdings heute so, dass bei der kostenlosen Standard-Edition schon den ganzen Tag (bei mir seit heute morgen um 9 Uhr, vorher war ich nicht wach) kein Google Talk mehr funktioniert. Angeblich arbeitet Google an diesem Problem. Auch Wave scheint nicht so richtig stabil zu sein bei den Standard-Editions.

Spannender finde ich aber auch hier wieder: You get what you pay for. Wenn du es kostenlos haben willst, musst du damit leben, dass es eben nicht immer alles so reibungslos funktioniert. Die Premier-Edition-Cloud scheint mir deutlich stabiler zu laufen. Dafür muss man dann eben auch mal 40 € im Jahr in die Hand nehmen, um mehr Features und Stabilität zu erhalten.

Update: Kaum hatte ich diesen Beitrag gepostet funktionierte Google Talk wieder. Leider ist Wave bei mir immer noch tot.

Warum Google-Wave-Adressen keine E-Mail-Adressen sind

28.11.2009 20:31
Eigentlich müsste die Überschrift noch den Zusatz "und warum E-Mail-Adressen nicht nur E-Mail-Adressen sind" tragen, war mir aber zu lang :-)

Zur Erklärung: E-Mail via SMTP (es gibt noch weitere Protokolle) ist eine Kommunikation, die serverübergreifend funktioniert. D.h. ein User von Server A kann einem User von Server B eine elektronische Mitteilung schicken. Man braucht also eine Notation, wie man den Benutzer und den Server kennzeichnet.

Wenn wir also annehmen, dass Server A die IP-Adresse 1.1.1.1 hat und Server B die IP 2.2.2.2 hat man sich überlegt, dass man ja folgendes Prinzip verwendet: "Benutzer auf Server 1.1.1.1" - in der englishen Kurzform also "User at 1.1.1.1" und da es ein altes Kaufmannszeichen für das "at" gibt, wurde es "User@1.1.1.1". Da sich aber kein Mensch IP-Adressen merken will, kommt da noch DNS dazwischen, sodass daraus "User@ServerA.tld" wurde. "ServerA" ist nur ein Synonym, da es auch mehrere Server dahinter geben kann, die alle auf den gleichen Namen reagieren.

Wenn ich mich z.B. mit SSH auf einem Server einloggen möchte, ist diese Notation ebenso gültig, d.h. ich bin User@ServerA.tld. Es gibt noch viele weitere Services, die diese Notation verwenden. Somit hat die E-Mail nicht das einzige Anrecht so auszusehen.

Ebenso Google Wave verwendet dieses Prinzip. Das Wave-Protokoll baut auf Jabber (XMPP) auf, welches serverübergreifend funktioniert. Auch damit kann ich einen anderen Benutzer auf einem anderen Server kontaktieren. Viele haben es vielleicht noch nicht mitbekommen, aber Googles Wave-Server-Komponente kann man sich auch lokal im eigenen Firmennetzwerk einrichten. Wenn also ein Geschäftskunde mit mir eine Wave aufmachen möchte, kann er das tun, obwohl er z.B. auf Googles oder seinem eigenen Server arbeitet und ich auch meine eigene Wave-Version habe.

Dieser Punkt ist so vielen Leuten nicht klar, dass man nahezu täglich hört, warum Google denn die User@googlewave.com nicht als E-Mail freigibt, sodass man E-Mails in die Wave schicken kann. Mal abgesehen von weiteren Problemen, liegt es einfach nur daran, dass es keine E-Mailadresse ist, die man da sieht. Die Internet-Benutzer müssen einfach nur mal die Denkweise ablegen, dass es ein Aussehen nur für eine bestimmte Sache gibt.

Der Grund für diesen Beitrag: Heute auf dem Barcamp in Braunschweig gab es eine Diskussion, nachdem jemand meinte: "Mein Vater würde niemals Wave verwenden und deswegen muss Wave auch E-Mails annehmen, weil sich das als Kommunikationsstandard etabliert hat". Mal abgesehen davon, dass wohl am Tag im Privatbereich mehr Informationen über diverse Messenger versandt werden, als E-Mails, ist Google Wave "kein E-Mail". Es war eine Überlegung, wie E-Mail wohl aussähe, wenn man es HEUTE entwickeln würde. Es stellt etwas anderes dar und ist nicht zur E-Mail kompatibel. Wozu auch.