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Sind Retweets das neue dpa-Meldung-abdrucken?
gepostet in Internet, Twitter am 03.02.2010 um 13:52
Es gibt sie immer wieder, die Diskussion, dass viele Zeitungen nur noch dpa-Meldungen 1:1 abdrucken und dadurch keinen Mehrwert mehr bieten.
Auf Twitter scheint das ganz normal zu sein in Form von Retweets. Bei der neuen, twittereigenen Retweetfunktion wird ja der Originaltweet angezeigt, was ich auch völlig in Ordnung finde. Aber wie ist das mit der herkömmlichen Variante? Sehr gerne immer noch genommen, um einen kleinen Kommentar hinzuzufügen, so es die Länge des Originaltweets zulässt. Meist aber einfach nur mit "RT @username" geprefixt, ist ein Retweet in meinen Augen, als würde eine Zeitung dpa-Meldungen einfach nur abdrucken. Man bekommt von 20 Leuten den gleichen Tweet geschickt und dieser bietet bei mehr Häufigkeit aber keinen größeren Mehrwert. Bei einer Zeitung würde man einfach das Abo kündigen oder die Zeitung nicht mehr kaufen. Würde man solchen Leuten auch unfollowen?
Was meint ihr?

Kommentare:
von Knut am 03.02.2010 um 13:57 Uhr
Das ist der Grund warum ich eigentlich nur die Twitter-eigene Funktion nutze. Die "alten" Retweets nutze ich nur, wenn ich am Ende noch einen Text anhängen will. Also meinen Kommentar zum Tweet hinzufügen will.
von _Mephistopheles am 03.02.2010 um 13:58 Uhr
Ohne Retweets hätte man das 'Schneeball-Prinzip' nicht.
dann würden sich Nachrichten und andere nette / interessante Tweets nicht so schnell verbreiten.
Zudem zeugen viele Retweets eines einzelnen Tweets auch von einer gewissen Relevanz dieses Tweets. Meistens. ;-)
Gruß,
Björn
von julian am 03.02.2010 um 13:58 Uhr
Also, wenn mir die "Inhalte" derjenigen, denen ich followe, nicht mehr interessiere, sei es weil sie nur unreflektiert retweeten oder aus welchem Grund auch immer, entfollowe ich sie. Was mich nicht interessiert, brauche ich nicht lesen. Meine Meinung.
von Martin Thielecke am 03.02.2010 um 14:35 Uhr
@_Mephistoteles: Ja, aber wenn alle Zeitungen eine dpa-Meldung abdrucken, fühlen sich die Leute auch verarscht, obwohl die Meldung wichtig sein könnte. Wo ist der Unterschied?
von talinee am 03.02.2010 um 16:27 Uhr
Ich seh es ähnlich wie _mephistopheles: Ein RT zeugt besonders von Relevanz desjenigen Tweets. Und der Unterschied zur Zeitung liegt für mich darin, dass ich in einer Zeitung ausschließlich wirklich relevante Informationen erwarte - sie ist ein Pressemedium, also Teil der "vierten Gewalt". Von meiner Zeitung möchte ich zumindest nicht in erster Linie unterhalten werden. Anders dagegen bei meinen Followings: Diesen folge ich nicht ausschließlich aufgrund ihrer ganz besonders relevanten Informationen, sondern auch aufgrund persönlicher Relevanz (also Freunde) oder zum Beispiel aufgrund ihres Unterhaltungswertes. (Natürlich folge ich auch reinen Informationsmedien - im Verhältnis ist ihr Anteil aber eher gering)
Meiner Meinung nach gehört zu einem Twitteraccount kein 100%iges Verbreiten von sachdienlichen Informationen, sondern auch eine persönliche Note. Wie genau das Verhältnis zwischen Persönlichkeit und Information sein soll muss wohl jeder für sich selbst entscheiden - einem reinen Retweeter würde ich für meinen Teil jedenfalls niemals folgen.
Eigentlich ist auch das von mir beschriebene Twitter-Prinzip ähnlich zu einer Zeitung - nur eben anders. Neben den bloßen Neuigkeiten in Form von Fakten sollte eine Zeitung ja auch eine gewisse "persönliche" Note haben - nur eher in Form von bspw. Kommentaren zum aktuellen Geschehen und der eigenen Aufbereitung der Fakten in ihren Artikeln.
Auch wenns echt ein beschissenes Beispiel für "Qualitätsjournalismus" ist: Die BILD jedenfalls hat in jedem einzelnen Artikel ihre ganz persönliche Note und druckt meines Wissens nach keine DPA-Meldung einfach nur ab. Das Dumme ist nur, dass bei der BILD dafür viele Fakten schlichtweg falsch sind oder verdreht werden - das ist der Teil, den seriöse Zeitungen dann bitte besser machen :)
von Martin Thielecke (mthie) am 03.02.2010 um 17:34 Uhr
Ich glaube, ihr habt mich falsch verstanden. Ich verteufel keineswegs die Retweets, nur in der Art, wie sie bisher gemacht werden. Ich glaube, man kann die Wichtigkeit durch Retweets auch zeigen, indem man die neue Funktion verwendet.
von talinee am 03.02.2010 um 18:04 Uhr
Da habe ich dich tatsächlich falsch verstanden. Was ist denn für dich der Unterschied zwischen dem alten RT und dem neuen RT-Feature? In meinem Client sieht beides gleich aus, sofern beim manuellen nicht noch etwas dazugeschrieben wurde. Die unterschiedliche Methode kann ich nur erkennen, wenn ich die twitter-Webseite aufrufe, und das geschieht bei mir eher selten.
von Martin Thielecke (mthie) am 03.02.2010 um 18:09 Uhr
Der Unterschied ist, dass wenn 3 Leute auf die neue Art und Weise retweeten, bekomm ich den Tweet nur einmal zu sehen.