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Qualitätsoffensive - Unfollowmonday

gepostet in Twitter am 15.03.2009 um 19:48
Nachdem ich mich ja schon zu Genuege ueber das Thema "Profilieren ueber die Followerzahlen" ausgelassen habe, geht es nun daran, diese Aussagen zu verinnerlichen.



Die derzeitige Situation, wie man zu einer vollen Twitter-Timeline kommt:





  • man hat einen Follower dazugewonnen, man schaut sich das Profil desjenigen an, und entscheidet in wenigen Augenblicken, ob man zurueckfollowed - oft sieht es danach aus, als ob derjenige interessant ist, das sieht man aber erst nach mehreren Tweets spaeter


  • man followed Leuten, die man in fremden Follower-Listen findet, aus der public Timeline, der Twitter Search zu einem bestimmten Thema oder Diensten wie twollow, die Leuten nach bestimmten Kriterien folgen - man weiss irgendwann gar nicht mehr, wessen Tweets man da in der Timeline hat


Man muss dringend Abhilfe schaffen!



Mein Vorschlag: Eine Qualitaetsoffensive, indem der Twitterer nur noch den Leuten folgt, die er wirklich liest.



Aber ich lese doch alle Tweets, die herein kommen.
Das glaub ich eher nicht. Wenn man mehr als 500 Leuten folgt (Zahlen koennen abweichen), nimmt man nur noch ein Grundrauschen wahr und bekommt nur noch sporadisch mit, was wirklich bei den Leuten passiert, die einen wirklich interessieren. Man faengt an zu filtern, indem man z.B. Clients wie TweetDeck verwendet und sich Gruppen anlegt mit Leuten, die einen interessieren. Bei mir heisst diese Gruppe "Important", ich habe aber schon von anderen Leuten gehoert, die ihre Gruppe "VIP", "Friends", usw. genannt haben.



Man muesste jetzt also anfangen, alle Friends rauszuwerfen, die nicht in dieser Gruppe sind, aber so radikal wuerde ich gar nicht vorgehen. Ich persoenlich habe am Samstag schon meine Qualitaetsoffensive gestartet und knapp 1.100 Friends aus meiner Timeline gekickt. Dabei bin ich einfach die Liste durchgegangen, habe mir die Namen und Fotos angeschaut (keine Tweets und keine Follower-Zahlen) und alle rausgeschmissen, deren Bild und Namen mir fremd waren.



Warum keine Tweets und Follower-Zahlen anzeigen lassen?
Das ist ganz einfach: Hab ich den Namen oder das Twitter-Icon desjenigen nicht im Kopf oder kommt mir nicht bekannt vor, dann habe ich mich nicht mit demjenigen beschaeftigt und seine Tweets interessieren mich also nicht wirklich. Wenn ich mir die Tweets desjenigen erst anschaue, koennte ich in Versuchung geraten und demjenigen weiterhin folgen, obwohl es mich immer noch nicht interessiert, was derjenige schreibt. Die Followerzahlen lass ich mir nicht anzeigen, weil ich sonst in die selbe Versuchung geraten, weil ich denke, ich verpasse etwas von einer "wichtigen" Person.



Warum "Unfollowmonday"?
Das ist ganz einfach. Es ist angelehnt an den Followfriday, bei dem jeder Twitterer andere Twitterer vorschlaegt, denen zu followen. Nur ist der Followmonday zweierlei:





  • man raeumt seine Timeline auf und schmeisst alle Leute aus der Timeline, die einem selbige zumuellen und die man eh nur ueberliest


  • man empfiehlt seinen Followern, jemanden zu entfollowen, aus einem bestimmten Grund - Sascha Lobo hat das auf seinem Blog in epischer Laenge schon mal vorbereitet; er wuerde also schreiben: "@spiegel_eil - niemand braucht Bots, die mich mit Followern ueberholen #unfollowmonday"


Ich weiss, dass man sich mit dem letzten Punkt nicht viele Freunde unter den Ex-Followern macht, aber hier darf ich Luca Hammer zitieren: »Mit jeder Person, die ich entfolge verneige ich mich vor den Verbleibenden«. Ich hoffe, dass diese Aktion wenigstens ein paar Anhaenger bekommt und Twitter wieder zu einem qualitativ hoeherwertigen Medium macht.



[Update] Natuerlich sollte man das nicht alles zu ernst nehmen. Es ist natuerlich keine Pflicht, jetzt Bashing zu betreiben und Leute an den Pranger zu stellen. "Alles kann, nichts muss" ist und bleibt das Motto. Es gibt einige Leute, denen ich followe und ich auch persoenlich kenne, die mir aber nicht zurueckfolgen, weil ich z.B. zu technisch oder zu viel twittere. Verstehe ich gut und wuerde ich auch nicht persoenlich nehmen. Also bleibt locker, es ist sehr selten etwas Persoenliches.



[2. Update] Oliver Gassner hat einen sehr interessanten Artikel geschrieben, der diesen hier erweitert. Den will ich euch natuerlich nicht vorenthalten.

Kommentare:

von derGunnar am 15.03.2009 um 23:28 Uhr

Ja, ist ja gut und schön. Aber vorher eine PN was dir nicht an meinen Tweets gefällt wäre auch schön.

Warum hast du mich unfollowed?

Gruss
derGunnar

von Michael am 15.03.2009 um 23:29 Uhr

Ich glaube kaum, dass sich sowas langfristig steuern bzw lenken lässt. Steigt die Zahl der Nutzer von Twitter gesamt, kann nur die Qualität sinken. Auch wenn sich vielleicht "Grüppchen" bilden, werden diese mit der Masse verschwimmen... Aber netter versuche für Montag und Freitag :)

von derGunnar am 15.03.2009 um 23:38 Uhr

Was ist denn ein qualitativ guter Text in Twitter und funktioniert das überhaupt auf 140 Zeichen?

von Martin Thielecke (mthie) am 15.03.2009 um 23:38 Uhr

@derGunnar: Ich kann jetzt nicht sagen, ob an deinen Tweets etwas schlecht oder besonders gut war, weil du einfach im o.g. "Grundrauschen" untergegangen bist. Deswegen hab ich dich unfollowed. Wir haben uns beide noch nie (oder vielleicht doch?) ueber @-Replies unterhalten, sodass du mir nicht vorkamst, als haette ich dich bewusst gelesen.

@Michael: Diese Grueppchen gibt es bereits im Netz. Es gibt Jugendgruppen, die sich ihre eigenen Inseln bei Twitter geschaffen haben, indem sie sich gegenseitig gefolgt sind. Diese Leute nimmt man kaum bis gar nicht wahr, sie existieren aber zu Hauf. Und die benutzen Twitter dazu, wofuer es bestimmt war: Was mache ich grad und was machen meine Freunde grad?

von Michael am 15.03.2009 um 23:39 Uhr

Jetzt muss man sich schon rechtfertigen? :)

von emzo am 15.03.2009 um 23:43 Uhr

find ich gut, habe ich schon vor einiger zeit gemacht.

von derGunnar am 15.03.2009 um 23:43 Uhr

Hmm. Gut.
Aber das das wir uns noch nicht per @ unterhalten haben, kommt doch nur daher das es bisher nichts gab was mich dazu gebracht hätte. Ich denke man sollte dich schon eine Grenze setzen. 100 oder mehr Personen finde ich schon zu viel.

Naja, schade. Ich unfollowe nicht gerne.

Gruss
Gunnar

von Michael am 15.03.2009 um 23:43 Uhr

@mthie: Schön und gut wenn Twitter auch so genutzt wird, wie es sollte. Aber geht bei der ganzen digitalen Kommunikation eigentlich der soziale Kontakt völlig unter? Man mag vielleicht mit mehreren Leuten doch öfter in Verbindung stehen (digital), aber ist das nicht gerade die These welche intensiven (persönlichen Kontakt) verringert? Ich steh dem Ganzen nicht wirklich so optimistisch entgegen...

Einfaches Fallbeispiel: Was ist der Unterschied zwischen 1 Jahr lang Freunschaft über IM-Dienste ohne sich je gesehen zu haben und jemanden, den man vielleicht ein oder alle zwei Wochen mal sieht aber sonst nicht viel Kontakt (kaum Nachrichten schreibt) hat? Gibt für mich eine klare Antwort...

von Lennard am 15.03.2009 um 23:44 Uhr

Ich finde die Idee sehr gut, regelmäßig zu überprüfen welche Personen einem auf Twitter wichtig sind und ihnen nicht mehr zu folgen. Das ist nichts anderes als regelmäßig unter den abonnierten Feeds aufzuräumen.

Problematisch wird es allerdings, da man bei Twitter mitbekommen kann, wer wem folgt (oder eben nicht). Gerade wenn ähnlich wie beim Follower Friday die Twitterer veröffentlicht werden werden einige das sehr persönlich nehmen. Beim Kommentar von derGunnar habe ich gerade den Eindruck, korrigiert mich wenn ich mich irre.

Um euch noch mein Motto zu Twitter aufzudrängen: Twitter ist Unterhaltung, nehmt es doch nicht so verdammt ernst!

von Martin Thielecke (mthie) am 15.03.2009 um 23:47 Uhr

@derGunnar: Jeder muss fuer sich selbst festlegen, ob ein qualitativ hochwertiger Tweet aus "Ich geh aufs Klo", "der neue Praesident der USA ist Barack Obama" oder einem Feed-Eintrag besteht.
Wenn z.B. jemand Twitter benutzt, um taeglich sein neustes Angebot zu verscherbeln und Twitter damit als eBay-Plattform benutzt, hat er mich nicht lange als Follower. Wenn jemand allerdings schreibt, ob er aufm Klo jetzt grad nen grosses oder kleines Geschaeft gemacht hat, dann belaechel ich das und entscheide anhand von anderen Tweets, ob ich ihm weiterhin folge :)

von derGunnar am 15.03.2009 um 23:47 Uhr

Hmm. Gut.
Aber das das wir uns noch nicht per @ unterhalten haben, kommt doch nur daher das es bisher nichts gab was mich dazu gebracht hätte. Ich denke man sollte dich schon eine Grenze setzen. 100 oder mehr Personen finde ich schon zu viel.

Naja, schade. Ich unfollowe nicht gerne.

Gruss
Gunnar

von jovelstefan am 15.03.2009 um 23:50 Uhr

Witzig. Du glaubst nicht, was ich heute abend nebenbei gemacht habe. Ohne diesen Artikel gelesen zu haben. Es sind 305 von gut 1000 übrig geblieben.

von Martin Thielecke (mthie) am 15.03.2009 um 23:53 Uhr

@jovelstefan damit bist du mein Held des Abends *thumbsup*. Geh ich recht in der Annahme, dass dich der Informationsueberfluss auch genervt hat?

von markus am 15.03.2009 um 23:53 Uhr

bei mir wird im moment die block-funktion immer wichtiger. sobald mir eine person nicht ganz geheuer ist block ich sie. somit kann ich später z.b. nicht auf die selben spamfollower hereinfallen.

wenn mehrere Twitteruser eine Person blocken wird sie sogar von Twitter gelöscht.

ich denke das ist die bessere möglichkeit um Twitter sauber zu halten.

ein block-wochentag wäre also nicht schlecht ;-)

von derGunnar am 15.03.2009 um 23:55 Uhr

@Lennard
Ja, ich finde es schon schade wenn jemand geht. Ich bin aber nicht beleidigt. Ich finde es nur wichtig zu wissen warum. Möchte mich dann auch wissen was man nicht gut gemacht hat und was man in Zukunft besser machen kann bzw besser schreiben kann.

Alles in allem kann ich die Leute ja nicht festbinden. Wenn sie gehen wollen sollen sie gehen.

Für Verbesserungsvorschläge bin ich aber immer offen.

Danke

von Martin Thielecke (mthie) am 15.03.2009 um 23:55 Uhr

@markus dann ruf doch mal dazu auf... sind ja noch einige Tage frei :) Aber der #blocktuesday wuerde sich nach dem #unfollowmonday ja anbieten :D

von derGunnar am 15.03.2009 um 23:59 Uhr

@Lennard
Ja, ich finde es schon schade wenn jemand geht. Ich bin aber nicht beleidigt. Ich finde es nur wichtig zu wissen warum. Möchte mich dann auch wissen was man nicht gut gemacht hat und was man in Zukunft besser machen kann bzw besser schreiben kann.

Alles in allem kann ich die Leute ja nicht festbinden. Wenn sie gehen wollen sollen sie gehen.

Für Verbesserungsvorschläge bin ich aber immer offen.

Danke

von kahta am 16.03.2009 um 00:01 Uhr

is zwar noch sonntag, aber habs vorgezogen ;)

von markus am 16.03.2009 um 00:04 Uhr

@martin ich würde nie dazu aufrufen. dann wüder ich in spammernetzwerken auf einer massenblockliste landen ... *angst*

von Oliver am 16.03.2009 um 00:07 Uhr

Meines Erachtens eine schlechte Lösung. Der Knackpunkt: Man kann nur von Usern direct messages empfangen, wenn man ihnen folgt. Wer also auch nicht öffentlich kommunizieren will, sollte tendenziell auch allen Followern zurückfolgen.

Meine Lösung ist also etwas anders. Ich habe zwei Accounts. einen normalen, mit dem ich auch twittere, wo ich den meisten wieder zurückfolge. dann habe ich aber noch einen minimalisierten zweitaccount, der zum lesen da ist. vielleicht twittere ich auf diesem private account auch mal, aber das ist eher selten.

von RavoxX am 16.03.2009 um 00:07 Uhr

Das ist soweit gut. Habe gestern, am Samstag, auch über 200 Follower gekickt, weil die Masse nicht das Produkt ist.

Ich finde es zwar auf Anhieb toll, wenn ich jemanden verfolgen kann, aber dann wieder doof, wenn ich eine Woche später entweder
*a von ihm/ihr nix mehr höre
*b er/sie Off-Topic vom feinsten käst
oder
*c ihn/sie nicht mehr wahrnehme

Gebe ich dir vollkommen recht. Das ist ja auch das tolle an Twitter: Man kann selbst entscheiden, wann man genug hat oder wann man wieder neue Leute braucht (oder wann einem jemand auf den Keks geht). Daher: Unfollowmondays++

von Huck am 16.03.2009 um 00:11 Uhr

Hab jeden Follower mit ehrlichem Schmonz verdient (...) und immer komische Leut geblockt mit 5.000 Followern, fast hätt ich 2.000 gesagt. Das ist ein soziales Netzwerk und keine Schwanzshow. Wenn man mich entfollowed, frag ich mich kurz "warum?" und dann ist das halt so. Lieber @mthie, wie kam das denn mit den 2.000 Followern in 2-3 Monaten und warum jetzt Entfollowen als Aktion wo doch Follower so wichtig zu sein scheinen. Ich frag naiv, nicht hinterlistig.

von kehrseite am 16.03.2009 um 00:13 Uhr

... also, wer will mich denn unfollowen wollen http://twitpic.com/d4hu ;-)

von SnapHappy (wmf831) am 16.03.2009 um 00:16 Uhr

Ich hab mich eh schon gefragt wie die Leute das machen. Ich habe "bloss" 73 in meiner Liste, und ich komme jetzt schon kaum nach. Sicherlich wird man niemandem ewig folgen, vermute ich mal, so lange mache ich das noch nicht, aber man isst ja auch nicht jeden Tag Schokopudding. Der Geschmack kann sich jederzeit ändern. Warum sollte man seinen Verfolgern böse sein wenn sie kommen und gehen. Das ist doch völlig legitim.

von griesgram999 am 16.03.2009 um 00:16 Uhr

Ich sortiere regelmäßig meine Following-Liste und ich bin mir sicher, dass ich auch regelmäßig aussortiert werde.
Das ist schade, aber auch nicht schlimm, schließlich twittere ich vornehmlich für mich und nicht um anderen zu gefallen.

von Torrid Luna am 16.03.2009 um 00:18 Uhr

Oha, schönes heisses Eisen, das Du da aufgegriffen hast. ;-)

Ich finde ein gelegentliches Aufräumen unter meinen Followern auch wichtig, aber es öffentlich zu verkünden ist ein bischen hart, oder? Dass man Leuten auf Twitter folgt, und warum man das tut, ist individuell zu verschieden, als dass man einen Unfollow seiner hochgeschätzten Leserschaft auch noch empfehlen muss.

Oder, um an @markus anzuknüpfen: Tweeties, die so schlimm oder belanglos sind, dass Du ihnen lauthals empört entfleuchen musst, die sind dann schon eher Block-Kandidaten, und das darf dann -- wie ich finde -- auch gerne lautstark verkündet werden. ;-)

Cheers,
Torrid
(http://twitter.com/torridluna)

von Herr_Bert am 16.03.2009 um 00:18 Uhr

Aus Frauensicht ist das mit dem Kleiderschrank zu vergleichen. Es kommt neues hinzu, muss aber auch regelmäßig ausgemistet werden, sonst wird es zu unübersichtlich. Ich finde deinen Ansatz etwas radikal, aber grundsätzlich hast du recht, entsprechend der alten Weißheit Klasse statt Masse. (Bin übriges über den Twitterstatus hierauf gestoßen...)

von Herr_Bert am 16.03.2009 um 00:28 Uhr

Twitterstatus... soso... tz soviel zur neuen FB Homepage :D

von Daniel Peters am 16.03.2009 um 00:31 Uhr

Juhuu! ich bin noch dabei :-)

Ich neige sogar eher dazu, die Leute die mich interessant finden auch interessant zu finden. Fällt mir jemand ins Auge, der besonders nervt oder der mich einfach nicht interessiert wird er on-the-fly unfollowt. Passiert aber eher selten.

Es wird mit der Zeit unübersichtlich, das stimmt. Aber selbst wenn ich meine Liste auf 100 reduziere will ich nicht alle Tweets dieser Leute lesen, denn dann komme ich zu nix mehr. Ob das 1000 oder 100 sind ist dabei egal. Ich schaue in Twitter, wenn es mir gefällt. Dass ich dabei einiges verpasse kann sein, ist mir aber eigentlich auch egal. Wichtige Dinge werden retweeted - für mich auch ein kleiner Wichtigkeitsindikator.

Was ich aber ganz blöd finde sind Leute, die allen followen, nur um im Gegenzug auch gefollowt zu werden und die dann ihre Liste aufräumen. Ist dann irgendwie auch nicht Sinn der Sache und respektlos. (Soll keine Anspielung auf dich sein, Martin! Aber davon gibt es viele User da draußen.)

Aber im Grunde darf ja jeder tun, was er will. Lustig finde ich aber, dass es bei Twitter Leute persönlich nehmen, wenn sie unfollowt werden. Daran erkennt man den Stellenwert des Tools.

von crieger am 16.03.2009 um 00:32 Uhr

Der Ansatz "Qualität statt Masse" ist durchaus positiv zu bewerten aber ich denke ein "Ich unfollowe weil mir das Gesicht nicht gefällt" finde ich etwas radikal.
Ich finde das Prinzip: "Kenn ich nicht also followe ich dem auch nicht" auch eine heikle Thematik.
Denn letztendlich leben soziale Netzwerke (und ich zähle twitter mal dazu) von dieser Grundmasse an Personen die ich nicht bzw. noch nicht persönlich kenne. Wenn ich mich jetzt also komplett verweigere und nur dem altbekannten folge dann kann esdurchaus passieren, dass ich viele Informationen nicht bekomme.
In dem Moment wo wir sagen, dass wir jmd. nicht folgen weil wir das Gesicht nich mögen, die letzten 3 Tweets ein gewisses Qualitätslevel nicht erreichen o.Ä. reduzieren wir Twitter zu einem simplen Instant Messengerim Konferenzmodus.

Das mag zu einer subjektiven Qualitätssteigerung führen ist in meinen Augen jedoch lediglich Abschottung.

von Enno am 16.03.2009 um 08:41 Uhr

Ich bekenne: Ich bin ein Chaos-Follower. Ich habe mehrere Leute schon etliche male ge- und entfollowed, vermutlich weil sie mir immer wieder interessant erschienen, dann aber in den Tweets doch nichts rüber kam. Interessant ist, dass sich heute morgen @ashility darüber beschwert hat, dass ich ihn nunmer zum dritten mal followe? So what! Ist das schlimm? Seit wann gibt es in Twitter die Follow-Pflicht? -- Ja, es *macht* Spaß, viele Follower zu haben und sich dadurch wichtig vor zu kommen. In erster Linie habe ich über Twitter ein paar tolle Leute kennengelernt. Deshalb werde ich immer wieder kreuz und quer (ent-)followen, wen auch immer ich gerade interessant finde, damit das so bleibt. Nur räume ich meistens sonntags auf und nicht montags.

von Christel am 16.03.2009 um 10:18 Uhr

Muss man darüber diskutieren?
Ich finde mthies Ehrlichkeit klasse!
Obwohl er mich twitter-Anfänger bei seiner Follower-Sammelaktion damals aufgelesen hat und jetzt wieder entsorgt hat;-)
Wenn man ne Weile dabei ist, finden sich doch follower für eine unterhalt-und bedeutsame timeline. Das ist doch was im Twitterkosmos zählt, oder?
Gute Zeit für mthie und schöne Grüße nach HH!

von derGunnar am 16.03.2009 um 10:59 Uhr

Ich schreibe immer nur das was mich bewegt. Will meinen Schreibstil nicht verbiegen nur um möglichst viel Follower zu haben. Ich habe momentan 51. Bin auch "erst" seit Dezember dabei. Aber irgendwie finde ist das genug.

Ich möchte A-Twitterer sein mit über tausend Followern und aufwärts. Ich glaube ich werde das auch nie werden. ;-) Ich finde dadurch steigt der Druck immer weiter gut zu schreiben. Diesem Druck möchte ich mich auch nicht aussetzen.

Gruss
Gunnar

von kcu am 16.03.2009 um 14:28 Uhr

Jetzt weiß ich auch endlich was an TweetDeck so toll sein soll, danke! Ich könnte durchaus... sagen wir mal 1.000 Leuten folgen. Twitter ist für mich immer nur eine Momentaufnahme. Wenn ich Twitter öffne möchte ich wissen was _jetzt_ gerade los ist. Es ist zum Glück nicht so wie früher bspw. bei LiveJournal wo manch einer meinte die Tagebücher der anderen durchlesen zu müssen wenn sie oder er mal ein paar Tage nicht online war. Es geht mir also wirklich nur um den Moment und trotzdem ist es so, dass man bei einigen sicher aufmerksamer ist als bei anderen.

Die Idee der Qualitätsoffensive finde ich dennoch gut. Lasst uns diese Twitter-Accounts rausschmeißen die uns auf ganz schäbige Art ihre Produkte und Dienstleistungen anleiern wollen die aber keiner haben will. Insbesondere meine ich damit diese Internet- und Marketing-Alleskönner die ja quasi das Internet erfunden haben wollen und deren Hintergrundbilder schon Plakatwandcharakter haben. Das ist aber auch nur meine Meinung... wie immer ;)

von Julia am 16.03.2009 um 14:39 Uhr

Lieber Martin!

Schön, dass du das Thema, was wir glaube ich nicht nur einmal in einem persönlichen Gespräch aufgegriffen haben nun hier in deinem Blog thematisiert hast. Des öfteren habe ich mich über dieses "Rauschen" in meiner timeline... nicht beschwert, aber dennoch traurig geäußert, weil man ja kam noch was von den Menschen/Tweets mitbekommt, die einem wirklich wichtig sind. Auch ich habe seit meinem Twittereinstieg vor einem Jahr eine recht hohe Anzahl an Followern gesammelt, denen ich in den meisten Fällen refollowed bin... Deinem Beispiel folgend habe auch ich heute einen unfollowmonday gemacht... Ich bin gespannt... wie das Ganze für mich ausgehen wird. ;-)

von Martin Thielecke (mthie) am 16.03.2009 um 14:49 Uhr

@kcu Klar ist Twitter immer eine Momentaufnahme. Ich wuerde aber sagen, dass eine Momentaufnahme zu lang werden kann. Wenn du wissen moechtest, was in der letzten Minute alles so passiert ist, und 100 Leute schreien dir zu, was sie grad tun, dann weisst du beim 100sten nicht mehr, was der erste grad gesagt hatte.
Mir persoenlich gehen dabei zu viele wichtige zwischen den unwichtigen Informationen unter. Aber Recht haste trotzdem :)

@Julia Ich erinnere mich noch gut an unsere Gespraeche und an deinen Tweet, bei dem du angekuendigt hast, Twitter erstmal verlassen zu wollen. Das hat mich echt ein wenig traurig gemacht, weil ich deine Tweets gerne lese. Zum Glueck hast du dich ueberreden lassen, weiter zu machen, und jetzt ein wenig aufzuraeumen. Ich denke, es wird fuer unsere Followerzahlen, die eh ueberbewertet sind, etwas bloed aussehen, aber dafuer wird es uns selbst danach besser gehen, denke ich.

von Julia am 16.03.2009 um 14:53 Uhr

Hey, ein Mal to the top und wieder zurück! ;-)

von Spacey90 am 16.03.2009 um 15:14 Uhr

Zuerstmal: Ein schöner Artikel! Es freut mich das über so etwas diskutiert wird. Es ist auch mal sehr interessant die unterschiedlichen Positionen zu sehen.

Ich handhabe es so, wie du den, deiner Meinung nach, radikalsten Weg beschrieben hast. Ich folge nur denen, die mir wirklich positiv auffallen und die ich auch lesen will bzw. gerne lese.
Gefallen mir die Tweets nicht mehr wird gnadenlos unfollowed (oder eben erst gar nicht refollowed). Ich beschränke mich dabei auf knappe 100, erstaunlicherweise pendelt es auch immer um diese Marke. Ehrlich gesagt habe ich auch gar nicht die Zeit um größere Zahlen wirklich aktiv mitzuverfolgen. Wie oben schon erwähnt wäre das aber für mich der falsche Weg, weshalb ich die wenigen Leute dann doch sehr intensiv lese.

von Markus am 16.03.2009 um 19:01 Uhr

Ich schließe mich mal @huck (Kommentar 22) an, die Frage hast du ja leider nicht beantwortet. Du hast ja durch recht dubiose Methode Follower generiert und schreibst jetzt etwas von Qualitätsoffensive??? Oder hat es dich gegrämt nicht in die deutschen Twittercharts aufgenommen worden zu sein? Ich frage interessiert, nicht hinterlistig ;)

von Martin Thielecke (mthie) am 16.03.2009 um 19:06 Uhr

@Markus Da ich die Frage in meinem letzten Blogbeitrag unter http://mthie.com/twitter-charts_totaler_mist.html schon ausgiebig beantwortet habe, habe ich sie hier nicht mehr kommentiert :)

von Tilla Pe am 16.03.2009 um 20:35 Uhr

Mist.
Ich hab immer Dienstags entfollowt.

Weil:
* Menschen dann doch nicht so interessant waren, wie sie zuerst den Anschein auf mich machten
* Menschen Äußerungen machten, die ich in Zukunft nicht mehr lesen will
* Menschen in einem Gespräch plötzlich eine missionarische Haltung annahmen und/oder versuchten, mir ihre Glückseligkeit/Produkte aufzudrängen.

Gründe, die mich auch Aug in Aug dazu verführen, jemandem keine Beachtung mehr zu schenken. Und ich sehe hinter Tweets eben auch Menschen. Ich muss nicht durch ein Kaufhaus/eine Kneipe/über einen Markt laufen und mich mit allen und jeden unterhalten oder ihnen zuhören. Muss ich nicht. Kann ich aber, wenn ich will ;)

von Huck am 17.03.2009 um 09:21 Uhr

Ja sagt mal... Montagsentfollowen oder immer Dienstags. Beamtenentfollowerismus. Schon das großspurige darüber reden, mutet ein bißchen sehr albern an. Warum nicht Samstags, nach dem Auto waschen und vor der Hitparade? Sorry, ich muss mich mal kurz wundern gehen.

von David am 17.03.2009 um 11:38 Uhr

Ich entfollowe, wenn mich jemand nervt oder mich jemand entfollowed hat (halte nichts von einseitigen Gesprächen). Mir ist doch egal, welcher Wochentag gerade ist.
Hab auch noch nie beim Followfriday mitgemacht.

von drikkes am 28.04.2009 um 22:47 Uhr

Sehr gut, der HUCKepeter (45)!